SpOn 24.07.2026
14:38 Uhr

Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen auf Kyjiw und Slowjansk


Russland intensiviert seine Attacken auf die Ukraine und trifft dabei häufig Wohnhäuser. Viele Zivilisten werden verletzt, einige sterben. Hinzu kommt der Vorwurf eines weiteren Kriegsverbrechens.

Ukraine: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen auf Kyjiw und Slowjansk

Die Ukraine wurde erneut von schweren Angriffen des russischen Militärs überzogen. Im Umland von Kyjiw seien Dutzende Menschen bei einem Raketenangriff verletzt worden, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. »Leider sind auch sechs Menschen ums Leben gekommen«, schrieb er auf Telegram.

In der frontnahen Stadt Slowjansk im ostukrainischen Gebiet Donezk töteten Gleitbomben mindestens fünf Menschen.

Russland hat in den vergangenen Wochen die Raketenangriffe auf Kyjiw massiv verstärkt. Immer wieder kommen dabei viele Zivilisten zu Schaden.

Raketen auf Kyjiw und Umgebung

Die Behörden hatten kurz vor Mittag einen Raketenalarm in Kyjiw ausgelöst. Russland habe mindestens zehn ballistische Raketen auf die Stadt abgefeuert, dazu auch Lenkwaffen vom Typ Zirkon, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Unian. Über der Stadt waren mehrere Explosionen zu hören. Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko rückten auch Krankenwagen aus.

Rettungskräfte am Einschlagsort russischer Raketen in der Region Kyjiw

Rettungskräfte am Einschlagsort russischer Raketen in der Region Kyjiw

Foto: State Emergency Service Of Ukraine / REUTERS

Härter traf es jedoch offenbar das Umland. Bilder zeigten Rettungs- und Bergungsarbeiten an schwer verwüsteten privaten Wohngebäuden.

Slowjansk erneut im Bombenhagel

Schwere Folgen hatten die russischen Angriffe auch in Slowjansk: Dort habe es neben den fünf Toten auch neun Verletzte nach dem Abwurf von Gleitbomben gegeben, teilte der ukrainische Gouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit.

Seinen Angaben nach wurden zehn private Wohnhäuser beschädigt, zudem auch eine Fabrik und das Gebäude des lettischen Honorarkonsuls in der Stadt. Bereits am späten Donnerstagabend verletzte das russische Militär mit Bombenabwürfen mehr als ein Dutzend Zivilisten in Slowjansk.

Filaschkin rief die Menschen angesichts der Gefahr zur Flucht auf. »Die Evakuierung ist kostenlos. Wir helfen mit dem Transport, der Unterbringung und allem Notwendigen«, schrieb er.

Der ukrainische Stromversorger Ukrenerho meldete Schäden an Energieanlagen in fünf anderen Regionen infolge russischer Angriffe. Getroffen worden seien Objekte in den Gebieten Tschernihiw, Charkiw, Donezk, Dnipro und Saporischschja, hieß es in einer Mitteilung.

Ukraine wirft Russland Tötung von Kriegsgefangenem vor

Unterdessen werfen ukrainische Behörden Russland vor, einen weiteren Kriegsgefangenen erschossen zu haben. Russische Militärs hätten einen Soldaten der ukrainischen Streitkräfte beim Dorf Jalta im Gebiet Donezk gefangen genommen, teilte die regionale Staatsanwaltschaft mit. Auf Befehl eines Vorgesetzten habe ein russischer Soldat den ukrainischen Armeeangehörigen nach einem Verhör erschossen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt demnach wegen des Vorwurfs eines Kriegsverbrechens.

Mehr zum Thema

Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Nach Einschätzung von Experten der Vereinten Nationen hat Russland seit Kriegsbeginn 2022 fast 130 Kriegsgefangene getötet. Die Tötung von Kriegsgefangenen gilt international als Kriegsverbrechen.

jmm/dpa