Frau:
»ICE hat jemanden auf der Straße ermordet.«
Es ist schon wieder passiert: Agenten der US-Grenzpolizei ICE sollen am Montag in der US-Kleinstadt Biddeford im Bundesstaat Maine einen Einwanderer aus Kolumbien erschossen haben. Bilder einer Überwachungskamera zeigen, wie ein weißes Auto mehrfach im Kreis fährt, von einem weißen SUV gerammt wird und wie schließlich zwei mutmaßliche ICE-Beamte eine regungslose Person aus dem Auto auf die Straße zerren.
Der 26-Jährige habe sich illegal im Land aufgehalten, sollte abgeschoben werden und habe versucht mit dem Auto zu fliehen, so die Version des Heimatschutzministeriums. Doch noch ist vieles unklar: Medienberichten zufolge soll der Mann sowohl eine Arbeitsgenehmigung als auch eine Sozialversicherungsnummer gehabt haben. Offenbar kam es zu einer Verwechselung, der Getötete sei demnach gar nicht die gesuchte Person gewesen.
Unmittelbar nach der Tat versammeln sich Hunderte Demonstrierende in der 22.000-Einwohner-Stadt
Doug Emerson, Demonstrant:
»Es darf nicht länger eine gesetzlose Regierung, einen gesetzlosen Präsident und einen von den Republikanern kontrollierten Kongress geben, der keine Kontrolle ausübt«
Allie Whitacre, Demonstrantin:
»Niemand von uns es verdient, auf der Straße erschossen zu werden. Wir alle verdienen Frieden und Würde in unserem Leben. Wir sind alle Nachbarn.«
Demonstrierende:
»Wählt sie ab! Wählt sie ab!«
Einige Protestierende gelangen bis zum Wahlkreisbüro der republikanischen Senatorin Susan Collins. Noch im April hatte die Senatorin dafür gestimmt, den Etat von ICE und Grenzschutz um 70 Milliarden Dollar zu erhöhen – ohne zusätzliche Vorgaben für das Vorghehen der Beamten. Der Fall in Biddeford ist bereits der zweite Todesfall im Zusammenhang mit ICE-Beamten innerhalb von nur sieben Tagen.