Angesichts des desaströsen Verlaufs des Militäreinsatzes gegen Iran gerät mitunter in Vergessenheit, was für Aktionen die USA nun schon seit geraumer Zeit in der Karibik und im Ostpazifik durchführen.
So hat das US-Militär bei einem Angriff auf ein Schiff in der Karibik am Samstag vier Menschen getötet. Das Schiff sei nachweislich am Drogenhandel beteiligt gewesen, teilte das zuständige Südkommando des Militärs auf der Plattform X mit.
On September 19, under the direction of #SOUTHCOM, Joint Task Force Western Hemisphere executed a lethal, kinetic strike on a go-fast vessel operating along established narco-trafficking routes in the Caribbean. Confirmed intelligence revealed the vessel's active involvement in… pic.twitter.com/LPNJ5ec3GU
— U.S. Southern Command (@Southcom) September 19, 2026
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Der Angriff ist Teil einer im vergangenen Jahr begonnenen Kampagne der Regierung von US-Präsident Donald Trump gegen sogenannte »Narco-Terroristen«. Vor zehn Tagen waren bei einem ähnlichen Einsatz in der Karibik nach US-Militärangaben drei Menschen getötet worden.
Seit Beginn der Kampagne wurden bei der US-Militäraktion »Southern Spear« gegen Schiffe in der Karibik und im Ostpazifik mehr als 220 Menschen getötet (mehr dazu hier).
Kritik aus dem Ausland verhallt bei Rubio
Die US-Regierung hat bislang keine eindeutigen Belege dafür vorgelegt, dass die angegriffenen Schiffe tatsächlich in den Drogenhandel verwickelt waren. Juristen und Menschenrechtsgruppen kritisieren, die Angriffe könnten außergerichtlichen Tötungen gleichkommen, weil sie sich offenbar gegen Zivilisten richteten, die keine unmittelbare Bedrohung für die USA darstellten. Es gab auch den Vorwurf, dass es sich um mögliche Kriegsverbrechen handelt. Kritik kam im vergangenen Jahr auch von der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas und dem französischen Außenminister Jean-Noël Barrot.
US-Außenminister Marco Rubio hingegen verteidigt immer wieder Taktik seines Landes, zuletzt bei einem Besuch in Ecuador. »Wenn man diesen Gruppen nicht die Stirn bietet, werden sie diese Länder regelrecht auffressen«, sagte Rubio in der Hauptstadt Quito (hier mehr dazu). »Es ist wie ein Krebsgeschwür, das so lange wächst, bis man buchstäblich keinen Staat mehr hat.«
Rubio äußerte sich nach Gesprächen mit Ecuadors Präsident Daniel Noboa, einem engen Verbündeten von US-Präsident Trump. Der US-Außenminister kündigte an, dass Washingtons Einsätze fortgesetzt würden.
