SpOn 14.10.2026
01:39 Uhr

USA: Gericht stoppt vorerst Baumfällungen für Trumps Golfplatz


Hundertfach setzten Arbeiter zuletzt die Kettensäge an. Doch mit dem Fällen von Bäumen für den Ausbau eines Golfplatzes in der US-Hauptstadt ist jetzt vorerst Schluss. Ein Gericht verordnete die Zwangspause.

USA: Gericht stoppt vorerst Baumfällungen für Trumps Golfplatz

Es ist nur eines von vielen Projekten, die der US-Präsident in der Hauptstadt vorantreibt. Und wie bei praktisch allen Vorhaben werden auch in diesem Fall die Gerichte bemüht. Nach der Fällung Hunderter Bäume hat eine US-Bundesrichterin weitere Abholzungen auf einem Golfplatz in Washington, D.C. bis zum 26. Oktober untersagt – und damit Pläne von Donald Trump zur Umgestaltung der Metropole durchkreuzt.

Richterin Ana Reyes traf ihre Entscheidung am Dienstag nach einer Dringlichkeitsanhörung. Sie warf der US-Regierung vor, erst am späten Freitagnachmittag und damit einen Tag vor den Fällungen über die Pläne informiert zu haben.

Golfer zwischen gefällten Bäumen (am 10. Oktober)

Golfer zwischen gefällten Bäumen (am 10. Oktober)

Foto: Nathan Howard / AP

Die Richterin verfügte, dass Trumps Regierung jede weitere »nicht behebbare Veränderung« auf dem East-Potomac-Golfplatz drei Werktage im Voraus anzeigen müsse. Für Montag setzte sie eine neue Anhörung an.

Am Montag hatte Reyes bereits in einer Eilentscheidung weitere Fällungen bis Dienstagmorgen oder bis zu einer weiteren gerichtlichen Anordnung untersagt. Sie gab mit ihrer Entscheidung einem Antrag von Umweltschützern statt, die nach der Fällung von rund 500 Bäumen auf dem Gelände am Samstag Alarm geschlagen hatten. Die Behörden hatte zudem angekündigt, im Laufe der Woche Hunderte weitere Bäume auf dem Golfplatz zu fällen.

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Trump, ein leidenschaftlicher Golfspieler, will den Platz renovieren. Seiner Aussage nach ist er in einem schlechten Zustand. Der Präsident argumentierte, dass dort große Turniere stattfinden könnten.

Vom Bogen bis zum Ballsaal – Projekte überall

Der ehemalige Immobilienentwickler Trump hat seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus im Januar 2025 bereits mehrere Bau- und Sanierungsprojekte auf den Weg gebracht, um Washington seine Handschrift aufzudrücken. Eigenen Aussagen zufolge möchte er der von seinen Vorgängern vernachlässigten Hauptstadt wieder zu mehr Glanz verhelfen. Kritiker – unter anderem die oppositionellen Demokraten – beklagen hingegen den Personenkult um Trump und die Verschwendung von Steuergeldern für unnötige Prunkbauten.

Viele der Projekte werden rechtlich angefochten. Zu Trumps umstrittenen Vorhaben zählen ein Ballsaal am Weißen Haus , für den ein ganzer Flügel der Präsidentenresidenz abgerissen werden wurde und ein Triumphbogen. Und dann ist da noch die Renovierung des Kennedy Centers, auf dem Trump unbedingt seinen Namen anbringen lassen möchte (mehr hier).

Hier will sich Donald Trump ein Denkmal setzen: Ein gigantischer Triumphbogen, ein Golfplatz, ein Heldenpark – der US-Präsident verewigt sich im Stadtbild von Washington. Das neue Antlitz der Hauptstadt wirkt kaum mehr republikanisch. Mehr dazu hier .

jok/AFP