Einzelne Wahlkampfspenden in den USA sind auf 3300 Dollar pro Person begrenzt. Der Techmilliardär Elon Musk hat es aber Medienberichten zufolge geschafft, im Vorfeld der Kongresswahlen im November indirekt 276 Millionen Dollar (247 Millionen Euro) an die Republikaner zu spenden. Mit dieser seit Juli gespendeten Summe ist Musk der »New York Times« vom Montag zufolge der größte Einzelspender für die Wahl am 3. November. Unter Berücksichtigung insbesondere der Vorwahlen steige der Gesamtbetrag auf 366 Millionen Dollar.
Schlupflöcher im Wahlkampffinanzierungssystem ermöglichen es politischen Großspendern, die 3300-Dollar-Grenze zu umgehen. Musk hat nicht an die Republikaner direkt, sondern seine Beiträge an sogenannte Political Action Committees geleistet, die dann wiederum die Wahlkampagnen republikanischer Kandidaten unterstützen.
Der größte Empfänger der Mittel war der Senate Leadership Fund der Republikaner, der 158 Millionen Dollar erhielt, um die Kontrolle der Partei über den Senat zu sichern.
Unterstützt, zerstritten, versöhnt
Der Chef von SpaceX und Tesla hatte 2024 bereits 290 Millionen Dollar gespendet, um US-Präsident Donald Trump zum Wiedereinzug ins Weiße Haus zu verhelfen. Musk stand Trump zu Beginn seiner zweiten Amtszeit als Berater zur Seite und strich im Auftrag des Präsidenten Tausende Stellen im Staatsapparat und bei Ministerien. Im Mai 2025 schied Musk bei der Regierungsabteilung für staatliche Effizienz (Doge) jedoch wegen eines Zerwürfnisses mit Trump über die massiv steigenden Staatsschulden aus. Inzwischen haben sie sich wieder versöhnt.
Bei den Kongresswahlen am 3. November droht Trumps Republikanern eine Niederlage. Laut Umfragen dürften sie ihre knappen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und womöglich auch im Senat verlieren. Bei einem Wahlsieg könnten die Demokraten in der zweiten Hälfte von Trumps Amtszeit zahlreiche Vorhaben des Präsidenten verhindern.
