In Tübingen hat eine Tischtennisplatte für einen Polizeieinsatz in der Außenstelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) gesorgt. Nach Angaben der JVA haben sich mehrere Gefangene geweigert, nach dem Hofgang in ihre Zellen zurückzukehren – wegen einer nicht aufgestellten Tischtennisplatte. Zuvor hatte die »Südwest Presse « berichtet.
Die Gefangenen hätten die Situation auch dafür genutzt, um sich neben der Tischtennisplatte über weitere Punkte zu beschweren – sie zeigten sich demnach unzufrieden mit den Haftbedingungen. Wie die »Südwest Presse« berichtete, sei die Polizei wegen des Protests mit einem größeren Aufgebot inklusive Hundestaffel angerückt. Die rund 20 Insassen seien daraufhin widerstandslos in ihre Zellen zurückgekehrt. Bei dem Einsatz sei niemand verletzt worden. »Die zwei Rädelsführer werden nun in die JVA Rottenburg gebracht und erst einmal separiert«, erklärte die stellvertretende Anstaltsleiterin Ilona Crispien der »Südwest Presse«.
Nach Einschätzungen der JVA handelte es sich um eine Gefangenenmeuterei, nach Polizeiangaben hingegen liegt der entsprechende Straftatbestand nicht vor. Die Staatsanwaltschaft prüfe strafrechtliche Ermittlungen. Außerdem kündigte die JVA Konsequenzen an – etwa in Form von Freizeitbeschränkungen oder Fernsehverboten.
