Mit 35 Regentagen in Folge hat die japanische Hauptstadt Tokio die längste nasse Phase seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Der bisherige Rekord aus dem Sommer 2019 wurde gebrochen, wie Kazuhiro Hirono vom japanischen Wetterdienst sagte. Im September fielen den Angaben der Behörde zufolge im Tokioter Stadtgebiet weit mehr als 600 Liter Regen pro Quadratmeter – fast dreimal so viel wie üblich.
Der ungewöhnlich nasse Herbst sei mindestens in Teilen eine Folge des Klimaphänomens El Niño, sagte der Meteorologe Masayuki Kyoda. Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe dem Äquator, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. Zudem spielt laut Experten der Klimawandel eine Rolle.
Die Rekordniederschläge in Tokio haben laut dem britischen »Guardian« die Gemüsepreise stark steigen lassen und den Tourismus belastet. Die Nachricht, dass es in der Stadt seit dem 27. August keinen einzigen trockenen Tag gegeben hat, veranlasste viele Menschen demnach, sich in den sozialen Medien über »Regenmüdigkeit« zu beklagen.
»Dieser endlose Regen ist bestimmt schuld an meiner schlechten Stimmung«, schrieb ein Nutzer dem Bericht zufolge auf X. »Wenn du dich erschöpft fühlst, ist das nicht deine Schuld.« Yojiro Noda, Frontmann der Band Radwimps, schrieb an seine 1,1 Millionen Follower: »Tokio, ein Leben lang Regen.« Jemand anderes fragte sich, ob die Stadt die 40 Tage und 40 Nächte Regen aus dem Alten Testament erreichen würde.
