Thüringens Bildungsministerium will sogenannte Verfassungs-Coaches in die Schulen des Bundeslandes holen. »Diese Coaches sollen Schulen zukünftig noch konkreter im Umgang mit Demokratiebildung und antidemokratischen Tendenzen unterstützen«, teilte das Ministerium mit. Der Einsatz solcher Coaches werde über eine Kooperation mit der Uni Jena vorbereitet. Weitere Details nannte das Ministerium dazu zunächst nicht.
Zudem soll die sogenannte Verfassungsviertelstunde in diesem Herbst ausgebaut werden. Diese war Anfang des Jahres an einigen Schulen eingeführt worden, um die politische Bildung von Schülerinnen und Schülern zu stärken. Dabei soll ausgehend von den Alltagserfahrungen der Schülerinnen und Schüler über die Werte der deutschen Verfassung gesprochen werden. Perspektivisch soll es die Verfassungsviertelstunde an allen Thüringer Schulen geben, hatte Bildungsminister Christian Tischner (CDU) bei der Einführung gesagt.
Lehrkräfte nicht mit Hass und Hetze allein lassen
Für Schulen hat das Ministerium nun einen Überblick über kostenfreie Beratungs- und Präventionsangebote im Umgang mit Extremismus zusammengestellt. Lehrerinnen und Lehrer, Schulleitungen und pädagogische Teams können die Handreichung auf der Website des Ministeriums abrufen.
»Wo Hass, Hetze oder verfassungsfeindliche Symbole im Schulalltag sichtbar werden, dürfen Lehrkräfte damit nicht allein bleiben«, sagte Tischner laut Mitteilung. Das Ministerium stelle den Lehrkräften feste Ansprechpartner und praxisnahe Fortbildungen zur Seite. »Eine demokratische Schulkultur entsteht nicht von allein«, betonte Tischner.
Thüringen gilt als Hochburg der rechtsextremen AfD, in einer jüngsten Insa-Umfrage kam die Partei auf Zustimmungswerte von 40 Prozent. Der Landesverband der AfD wird vom Verfassungsschutz beobachtet und vom Landesamt für Verfassungsschutz als »gesichert rechtsextremistisch« eingestuft.
