Ein Londoner Luxushotel darf laut einem Bericht der »Financial Times« wegen nicht bezahlter Rechnungen in Höhe von 458.000 britischen Pfund ein Auto des Scheichs Nasser bin Abdullah Al Thani verkaufen. Dem Bericht zufolge konnte die »Financial Times« entsprechende Gerichtsunterlagen einsehen.
Das Dorchester in London hat demnach bereits im März den Scheich, der zur katarischen Herrscherfamilie gehört, verklagt. Al Thani soll laut Bericht 198.180,33 Pfund zuzüglich 3266,89 Pfund Zinsen für Hotelzimmer und weitere Zimmerkosten zahlen. Darüber hinaus nennt die »Financial Times« einen nicht näher beschriebenen weiteren Betrag von 256.627,86 Pfund, den Al Thani dem Hotel schulden soll.
Laut dem Bericht verfügte das Gericht, dass das Dorchester auch einen 2011er-Fiat 500 Abarth Tributo Ferrari des Scheichs verkaufen darf, um sich einen Teil des geschuldeten Betrags zu sichern. Das Auto hat laut dem Bericht einen Verkaufswert von weniger als 25.000 Pfund.
Al Thani erschien demnach nicht zu der Verhandlung und ließ sich auch nicht anwaltlich vertreten. Seine Anwälte erklärten gegenüber der »Financial Times«, er habe erst kürzlich von dem Verfahren erfahren. Die Klage sei ihm nicht ordnungsgemäß zugestellt worden, zudem bestreite er die geforderte Summe. Er werde Schritte einleiten, um das Urteil aufheben zu lassen.
Die Preise für Zimmer des Hotels im Londoner Stadtteil Mayfair liegen dem Bericht zufolge bei etwa 1000 bis mehr als 8000 Pfund pro Nacht. Die Summe würde demnach einem Aufenthalt von bis zu mehreren Monaten entsprechen.
Al Thani war Vizepräsident des spanischen Fußballclubs Málaga, dessen Mehrheitseigner sein Vater ist. Im Jahr 2020 wurde die Familie im Zuge von Ermittlungen wegen Missmanagements und Veruntreuung gerichtlich abgesetzt. Das Dorchester gehört der Brunei Investment Agency, einer staatlichen Investmentgesellschaft Bruneis. Vertreter des Hotels und dessen Anwälte lehnten eine Stellungnahme gegenüber der »Financial Times« ab.
