SpOn 12.03.2026
12:56 Uhr

Texas: Frau nach Tod von Baby freigesprochen, Abschiebung aufgehoben


Mit dem fälschlichen Schuldspruch hatte die aus Honduras stammende Frau das Sorgerecht für ihre Kinder verloren, außerdem wurde ihre Abschiebung angeordnet. Nun ist sie wieder frei und kann vorerst in den USA bleiben.

Texas: Frau nach Tod von Baby freigesprochen, Abschiebung aufgehoben

Sie war fälschlicherweise wegen der Tötung eines Babys verurteilt worden, nun ist sie nach 22 Jahren wieder auf freiem Fuß. Ein Richter in Texas sprach die heute 52-jährige Frau frei. Sie habe geglaubt, dass sie im Gefängnis sterben müsse, sagte Carmen Mejía nach ihrer Freilassung zu Journalisten vor der Haftanstalt.

Mejía neben ihrer Anwältin

Mejía neben ihrer Anwältin

Foto: Mikala Compton / AP

Der aus Honduras stammenden Frau wurde vorgeworfen, als Babysitterin einen zehn Monate alten Jungen in heißes Wasser getaucht zu haben. Das Kind starb 2003 aufgrund seiner Verbrennungen im Krankenhaus. Ein Arzt und ein Experte hatten damals erklärt, die Verbrennungen seien dem Baby absichtlich zugefügt worden.

Mejía hatte mit dem Schuldspruch das Sorgerecht für ihre vier Kinder verloren, diese waren zur Adoption freigegeben worden. Zudem war mit dem Urteil ihre Abschiebung angeordnet worden, welche die Behörden jetzt aufhoben. US-Medien berichten  übereinstimmend, dass das laut Bundesbeamten »bis zum Ablauf ihres vorübergehenden Schutzstatus« gelte.

Fehlerhafte Zeugenaussagen und unvollständige Beweise

Die Justiz erklärte die Frau bereits im Januar für unschuldig. Sie sei aufgrund fehlerhafter Zeugenaussagen und unvollständiger Beweise zu Unrecht verurteilt worden, erklärte das zuständige Gericht.

Die Anwältin der ursprünglich zu einer lebenslangen Haftstrafe Verurteilten habe beweisen können, dass es sich um einen durch den Wasserboiler verursachten Haushaltsunfall handelte. Das Wasser, das in das Bad des Kindes eingelassen wurde, habe sich innerhalb von Sekunden auf über 60 Grad erhitzt.

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»Obwohl wir uns sehr darüber freuen, dass das Gericht die Unschuld von Frau Mejía festgestellt hat, hätte es nie zu so einer gravierenden Ungerechtigkeit kommen dürften«, sagte die Anwältin Vanessa Potkin von der Organisation Innocence Project, die sich dem Fall angenommen hatte.

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aeh/AFP