SpOn 10.03.2026
06:16 Uhr

Syrien meldet Beschuss durch Hisbollah


Syriens neue Machthaber hassen die Hisbollah. Nun hat die libanesische Schiitenmiliz angegriffen – mit Artillerie. Zuvor hatte der sunnitische Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa eine diplomatische Spitze gesetzt.

Syrien meldet Beschuss durch Hisbollah

Die Streitkräfte der neuen syrischen Machthaber haben einen Artillerieangriff der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah auf einen Militärstützpunkt nahe der Grenze gemeldet. Die Geschosse seien unweit der Ortschaft Serghaya nordwestlich der Hauptstadt Damaskus niedergegangen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Militärführung.

Das gestürzte System von Syriens Langzeitmachthaber Baschar al-Assad war ein enger Verbündeter der proiranischen Hisbollah. Die neue Führung von Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa bemüht sich seit ihrem Machtantritt, den Einfluss Irans – ein zentraler Verbündeter des Assad-Clans – im Land zu unterbinden.

Der libanesische Staat steht selbst unter Druck, eine Entwaffnung der Hisbollah durchzusetzen. Derzeit beschießen sich die Hisbollah und Israel wieder. Besonders im Südlibanon greift Israels Militär massiv an.

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa

Foto: Francisco Seco / AP / dpa

Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Sharaa hat dem Libanon seine Unterstützung bei der Entwaffnung der proiranischen Hisbollah zugesichert – eine diplomatische Spitze des sunnitischen Ex-Terroristen. Das sagte er in einer Videokonferenz mit EU-Vertretern und anderen Staats- und Regierungschefs der Region, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.

Ahmed al-Sharaa zeigte demnach seine volle Unterstützung für »die ernsthaften und entschlossenen Schritte, die die Regierungen des Irak und des Libanon unternommen haben, um ihre Nationen vor der anhaltenden Gewalt zu schützen.«

Syrien verstärkt Grenzsicherung

Die gegenwärtige Eskalation stelle eine existenzielle Bedrohung für die gesamte Region dar. Syrien habe sich mit regionalen Partnern abgestimmt, um ein Übergreifen des Konflikts auf syrisches Territorium zu verhindern. In diesem Zusammenhang habe die syrische Armee ihre Präsenz entlang der irakischen und libanesischen Grenzen verstärkt.

Seit Ausbruch der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon nach Behördenangaben fast 500 Menschen getötet worden. 486 Menschen seien seit vergangenem Montag getötet und 1.313 weitere seien verletzt worden, teilte die Katastrophenschutzeinheit der Regierung in Beirut mit.

dop/dpa