Donald Trump, US-Präsident:
»Sie sind eine laute, ungestüme Person. Sie sind Fake News. Ruhig, ruhig, ruhig. Sie sind eine falsche Reporterin und berichten Falschmeldungen.«
CNN-Journalistin:
»Ich wollte wissen, ob Sie mit Kim Jong Un gesprochen haben und ob er Sie gebeten hat, diese Militärübungen einzuschränken.«
Dicke Luft, kurze Zündschnur, persönliche Herabwürdigung – für den US-Präsidenten sind das gewohnte und gern genutzte Stilmittel. Aber: Was ist passiert?
Am Montag hätte das alljährliche Militärmanöver Südkoreas mit den USA beginnen sollen. Beide Staaten spielen dabei durch, wie ein Angriff Nordkoreas auf das südliche Nachbarland abgewehrt werden könnte.
Ein paar Stunden vor Beginn des Manövers schließlich das kurzfristige Kommando vom US-Oberbefehlshaber: Übungen reduzieren, angeblich zu teuer – und nach Ansicht Trumps offenbar zu feindselig gegenüber Nordkorea.
Das Land habe sich während seiner Amtszeit »nicht bedrohlich« und außerdem »respektvoll« verhalten, befindet Trump. Mehrere Gipfeltreffen mit Kim Jong Un blieben allerdings ohne konkretes Ergebnis. Ob Trump und Nordkoreas Machthaber in Kontakt miteinander stünden, wollte eine CNN-Journalistin am Montag herausfinden.
CNN-Journalistin:
»Hat [Kim Jong Un] Sie gebeten, die [Militärübungen] zu reduzieren?«
Donald Trump, US-Präsident:
»Ruhig, ruhig, ruhig! Sie verhalten sich diesem jungen Mann gegenüber sehr respektlos. Okay? Finden Sie das nicht auch? Er versteht das. Ruhe. Für wen arbeiten Sie?«
CNN-Journalistin:
»Ich arbeite für CNN.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Fake News.«
CNN-Journalistin:
»Ich wollte nur noch einmal auf die Frage zu Südkorea zurückkommen.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Sie sind Fake News. Sie sind eine laute, ungestüme Person. Sie sind Fake News. Ruhig, ruhig, ruhig. Sie sind eine falsche Reporterin und berichten Falschmeldungen.«
Eine aussagekräftige Erläuterung bleibt der US-Präsident schuldig.
Journalist:
»Warum hat Kim Jong Un nicht auf Ihre Bitte um ein Gespräch reagiert?«
Donald Trump, US-Präsident:
»Woher wissen Sie, dass er nicht reagiert hat?«
Journalist:
»Hat er?«
Donald Trump, US-Präsident:
»Ja, das hat er. Sehr positiv. Nur damit Sie die Situation mit Südkorea verstehen. Sehen Sie, Südkorea wird seit vielen Jahren von uns geschützt. Während meiner ersten Amtszeit haben sie zugestimmt, fast drei Milliarden US-Dollar pro Jahr für diesen Schutz zu zahlen. (…) Sie waren nicht begeistert, aber sie haben zugestimmt. Ich habe 10 Milliarden US-Dollar verlangt und sie waren sehr unzufrieden. Aber wir haben uns kurzfristig darauf geeinigt, dass es 3 Milliarden Dollar sein sollen. Im nächsten Jahr würde der Betrag steigen und im Jahr darauf wieder. Also würden sie anfangen, für ihren Schutz zu bezahlen.«
In einem kriminellen Milieu würde man hier wohl von Schutzgelderpressung sprechen. Und ob sich die Sicherheitslage der Region durch Trumps Kurs wirklich verbessert, dürfte mindestens fraglich sein.