Deutlich mehr als zwei Euro an der Zapfsäule: Damit soll nach dem Willen der Bundesregierung bald Schluss sein.
Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin
»Wir wissen, dass vor allem viele Pendlerinnen und Pendler, aber auch mittelständische Unternehmen durch die hohen Spritpreise belastet sind und sich berechtigt ärgern. Wir haben uns deshalb dazu entschlossen, die Häufigkeit der Preisänderungen einzuschränken und uns dabei am sogenannten österreichischen Modell orientiert. Tankstellen dürfen nur noch einmal am Tag ihre Preise für Kraftstoffe erhöhen. Dagegen sind Preissenkungen jederzeit zulässig.«
Wann das passiert, ist noch unklar. Auslöser für die aktuelle Ölkrise ist der Irankrieg. Der führt dazu, dass die Straße von Hormus, eine Meerenge im Persischen Golf, faktisch für Tankschiffe kaum noch passierbar ist. Einige Tanker wurden bereits aus Iran mit Raketen beschossen.
Durch Hormus werden im Schnitt 20 Millionen Barrel Öl pro Tag transportiert. Das sind rund ein Viertel des weltweiten Schiffstransports von Öl und Ölprodukten. Asiatische Länder sind besonders betroffen: Mehr als 80 Prozent ihres Erdöls beziehen China, Indien, Japan und Südkorea über die Straße von Hormus. Das hat aber weltweite Auswirkungen.
Katherina Reiche, Bundeswirtschaftsministerin
»Offensichtlich reagieren die Märkte derzeit absolut überempfindlich, weil ja keiner weiß, wie lange die Straße von Hormus nicht passierbar ist, wie lange der Krieg vor Ort anhält, ob Anlagen getroffen werden. Hier bewegen wir uns in Spekulationen und Annahmen. Aber eine Annahme, die sich schon allein durch Marktkommunikation materialisiert, ist: Wenn dem Markt Sorge genommen wird vor Knappheit, entspannen sich Preise.«
Um die Weltpreise zu entspannen und Solidarität mit Partnerländern in Asien zu zeigen, plant auch die Bundesregierung die Freigabe von Ölreserven. Die Weltmarktpreise für Rohöl waren am Dienstag zunächst wieder gefallen. Die Spritpreise zogen allerdings kaum nach.