Klassenchats sind für die meisten Kinder und Jugendlichen selbstverständlich – zugleich werden dort häufig problematische Inhalte geteilt. Das geht aus einer Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des WDR hervor.
Demnach nutzen 82 Prozent der 10- bis 16-Jährigen solche Chats, 35 Prozent davon haben dort bereits belastende oder unangenehme Inhalte gesehen. Am häufigsten berichten Betroffene von Beleidigungen oder Bloßstellungen (69 Prozent). 54 Prozent haben Mobbing oder Ausgrenzung miterlebt. 26 Prozent sahen Bilder oder Videos von Gewalt oder Verletzungen. Auch Hassinhalte (17 Prozent) und Nacktbilder (zwölf Prozent) kommen vor.
Zugleich erfüllen Klassenchats eine wichtige Funktion im Schulalltag: Sie dienen dem Austausch über Unterricht und Privates. 61 Prozent der Befragten geben an, dass dort bereits Probleme innerhalb der Klasse gelöst wurden.
- Handyverbot für Schüler: Schluss mit den Smartphone-Partys auf dem Klo (oder doch nicht?) Von Barbara Vorsamer
- Vorstoß der SPD: Kommt das Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren jetzt doch?
- TikTok, Instagram und Co.: »Wenn Eltern ständig aufs Smartphone starren, wirkt sich das auf das Verhalten von Kindern aus« Ein Interview von Silke Fokken
Die problematischeren Inhalte wirken sich jedoch auch auf die Kinder aus: 25 Prozent der Befragten haben sich wegen Beiträgen im Klassenchat schon Sorgen gemacht. 19 Prozent fühlten sich verpflichtet, ständig aufs Handy zu schauen. 17 Prozent hatten zeitweise keine Lust mehr auf Schule, acht Prozent gaben an, deshalb geweint zu haben.
Für die Befragung wurden laut WDR 1257 Schülerinnen und Schüler zwischen zehn und 16 Jahren in Deutschland online befragt, davon nutzten 1029 Klassenchats. Die Gruppe der befragten Schülerinnen und Schüler bilde in ihren Grundstrukturen Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 16 Jahren hinsichtlich der Merkmale Bundesland, Alter, Geschlecht und Bildung zuverlässig ab, schreiben die Autoren.
Was neun Jugendliche an Social Media lieben und was sie stört, lesen Sie hier.
