Mehrere Tausend Menschen haben in Plauen gegen die Politik der Bundesregierung demonstriert und diese zum Rücktritt aufgefordert. Aufgerufen zu den Protesten hatte die Initiative »Einigkeit für Deutschland / Projekt M1llion«.
Die sächsische Polizei zählte rund 10.000 Demonstranten. Die Protestbewegung fordert unter anderem den Rücktritt der Bundesregierung samt Neuwahlen. »Dieses Kartell, diese Regierung muss weg!«, rief ein Redner zum Auftakt unter dem Beifall der Zuhörer.
Auch wurden niedrigere Abgaben bei Strom und Gas verlangt, ein bundesweites 29-Euro-Ticket, eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und die sofortige Ausweisung »aller verurteilten, straffälligen und illegalen Migranten«.
Rechtsextreme unterstützten Demo
Neben Trommeln zeigten die Teilnehmer eine Vielzahl an Deutschlandflaggen, ebenso wie blaue Flaggen mit weißen Tauben. Auch Flaggen des Königreichs Sachsen waren zu sehen, wie sie häufig von den rechtsextremen »Freien Sachsen« verwendet werden. Die Kleinstpartei unterstützte den Protest und hatte ihre Anhänger zur Teilnahme aufgerufen.
Die Demonstration will an die Tradition der friedlichen Revolution in der DDR anknüpfen. So wurde bei der Kundgebung am Samstag auch der Slogan der friedlichen Revolution »Wir sind das Volk!« gerufen.
Das Bündnis für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage hatte zu Gegenprotesten aufgerufen und warnte, dass Kritik nicht dazu führen dürfe, dass Rechtsextreme an die Macht kämen. »Wir wollen zeigen, dass Plauen nicht schon wieder zum Spielball von Rechtsextremen werden darf und das Erbe von ’89 schützen.«
Laut Versammlungsbehörde waren für den Gegenprotest insgesamt acht Versammlungen und vier Autokorsos angemeldet. Die Polizei zählte rund 400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Insgesamt sei alles friedlich abgelaufen, sagte eine Polizeisprecherin am Nachmittag.

