Die Entscheidung über das Oberbürgermeisteramt in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover fällt in einer Stichwahl zwischen Amtsinhaber Belit Onay (Grüne) und SPD-Kandidat Axel von der Ohe.
Onay erhielt im ersten Wahlgang 45,6 Prozent der Stimmen, wie aus dem vorläufigen Endergebnis der Landeshauptstadt hervorgeht. Damit verfehlte er die für einen Sieg im ersten Wahlgang notwendige absolute Mehrheit. Von der Ohe kam auf 21,5 Prozent.
Die Stichwahl ist für den 27. September angesetzt. Bei dieser genügt dann die einfache Mehrheit; bei Stimmengleichheit entscheidet das Los.
CDU-Kandidat Peter Karst landete mit 14,1 Prozent auf dem dritten Platz. AfD-Bewerberin Jessica Schülke erreichte 10,8 Prozent. Die weiteren Kandidatinnen und Kandidaten blieben jeweils unter 5 Prozent.
Onay zeigte sich am Wahlabend erfreut über seinen deutlichen Vorsprung. »Wir haben wirklich hart daran gearbeitet«, sagte der Grünenpolitiker mit Blick auf den Wahlkampf und dankte seinen Unterstützern. »Ich glaube, heute können wir sagen: Es hat geklappt.« Onay führt die niedersächsische Landeshauptstadt seit 2019. Damals wurde er als erster Grüner Oberbürgermeister der Landeshauptstadt.
Von der Ohe ist Erster Stadtrat und damit allgemeiner Vertreter des Oberbürgermeisters. Nun fordert der SPD-Politiker seinen bisherigen Chef an der Verwaltungsspitze heraus. Das neue Stadtoberhaupt wird für acht Jahre gewählt.
Das Oberbürgermeisteramt gilt als eines der wichtigsten kommunalen Ämter Niedersachsens. Hannover ist mit mehr als einer halben Million Einwohnerinnen und Einwohnern die größte Stadt des Landes. Der Oberbürgermeister leitet die Stadtverwaltung und vertritt die Landeshauptstadt nach außen.
Gleichzeitig mit dem Oberbürgermeister wird in Hannover auch der Stadtrat neu gewählt. Bislang liegen hierzu keine belastbaren Ergebnisse vor.
6,3 Millionen Wahlberechtigte zur Wahl aufgerufen
In Niedersachsen werden alle fünf Jahre die kommunalen Vertretungen neu gewählt. Von den rund acht Millionen Einwohnern des Landes waren in diesem Jahr rund 6,3 Millionen zur Stimmabgabe aufgerufen. Wie der NDR berichtet , war es für rund 243.000 Menschen die allererste Wahl.
Nach ersten Prognosen mit rund 50 Prozent haben deutlich mehr Wahlberechtigte ihr Kreuz gesetzt, als bei der letzten Wahl vor fünf Jahren. Dabei entschieden sie unter anderem über die Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte sowie über die Hauptverwaltungsbeamtinnen und -beamten. Insgesamt mussten laut Niedersachsens Landeswahlleiter 2182 kommunale Vertretungen neu oder erstmals gewählt werden.
Weitere Ergebnisse der Kommunalwahl in Niedersachsen werden erst im Laufe des Abends erwartet.
