SpOn 10.03.2026
08:08 Uhr

New York: Alexander-Brüder wegen Sexhandels schuldig gesprochen


Im Prozess sagten elf Frauen aus, die drei Brüder hätten sie mit Luxusreisen gelockt, ihnen Drogen verabreicht und sie vergewaltigt. Die US-Staatsanwaltschaft spricht von Kaltblütigkeit und einem »perversen Gefühl von Stolz«.

New York: Alexander-Brüder wegen Sexhandels schuldig gesprochen

Drei Brüder, darunter zwei bekannte US-Luxusimmobilienmakler, sind am Montag in New York schuldig gesprochen worden. Die Zwillinge Oren und Alon Alexander, 38, und ihr Bruder Tal Alexander, 39, wurden in allen Anklagepunkten verurteilt, darunter Sexhandel und sexuelle Ausbeutung einer Minderjährigen. Die Urteilsverkündung ist für den 6. August angesetzt, den Brüdern droht eine lebenslange Freiheitsstrafe.

Während des fünfwöchigen Prozesses sagten elf Frauen aus. Mehrere Zeuginnen schilderten, sie seien zu Reisen in die Hamptons oder auf eine Kreuzfahrt in die Karibik eingeladen oder zu Partys in Luxusvillen gelockt und dann von einem oder mehreren der Brüder vergewaltigt worden. In einzelnen Fällen sollen die Männer den Frauen Drogen verabreicht haben. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft gebe es mehrere Dutzend Betroffene.

In einem Bericht der »New York Times«  wird der stellvertretende US-Staatsanwalt Andrew Jones zitiert: Die Brüder hätten ihre Verbrechen ohne Reue, sondern mit »Kaltblütigkeit und einem perversen Gefühl von Stolz begangen«.

Verteidiger Marc Agnifilo neben den Alexander-Brüdern

Verteidiger Marc Agnifilo neben den Alexander-Brüdern

Foto: Jane Rosenberg / REUTERS

Die Verteidiger bestritten die Vorwürfe. Sie argumentierten, die Brüder seien zwar Frauenhelden, aber keine Vergewaltiger. Marc Agnifilo, der Anwalt von Oren Alexander, hatte im vergangenen Jahr den Rapper Sean »Diddy« Combs in dessen Prozess wegen Sexhandels  vertreten.

Tal und Oren Alexander arbeiteten einst für den Immobilienriesen Douglas Elliman und gründeten 2022 ihr eigenes Unternehmen. Alon Alexander arbeitete laut Medienberichten bei der privaten Sicherheitsfirma der Familie. Laut »New York Times« boten die Eltern der Brüder ihr 40 Millionen Dollar teures Haus in Miami als Sicherheit für erste Kautionsverhandlungen an. Eine Freilassung gegen Kaution wurde abgelehnt, die Männer sitzen in Haft.

boc/AP