SpOn 07.07.2026
22:16 Uhr

Nato: Deutschland meldet Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe


Beim Nato-Gipfel wollen die europäischen Regierungen Donald Trump auch mit Zahlen besänftigen. Deutschland wird 2026 fast 125 Milliarden Euro für Verteidigung ausgeben – ein deutlicher Anstieg. Die vereinbarte Zielmarke erreichen aber fünf andere Staaten.

Nato: Deutschland meldet Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe

Deutschland hat der Nato erneut Verteidigungsausgaben in Rekordhöhe gemeldet. Für 2026 veranschlagt die Bundesregierung 124,7 Milliarden Euro. Das geht aus Daten hervor, die das Bündnis zum Auftakt seines Gipfeltreffens in Ankara veröffentlicht hat.

Gegenüber 2025 entspricht das einem Plus von 25,5 Prozent. Im Vorjahr hatte die Nato die deutschen Ausgaben auf rund 99,3 Milliarden Euro beziffert. Damit steigen die gemeldeten Ausgaben um rund 25,4 Milliarden Euro – der größte Zuwachs für Deutschland seit Jahren. Innerhalb der Nato geben nach den neuen Zahlen nur die USA mehr für Verteidigung aus als die Bundesrepublik.

Der Anteil der Verteidigungsausgaben am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird damit nach Nato-Berechnungen 2,69 Prozent erreichen. Im vergangenen Jahr hatte die Quote noch bei nur 2,22 Prozent gelegen. Die Werte basieren auf inflations- und wechselkursbereinigten Daten.

Dennoch müssten es künftig noch mehr Ausgaben sein. Beim Nato-Gipfel im vergangenen Jahr hatten die Alliierten auf Drängen von US-Präsident Donald Trump vereinbart, spätestens ab 2035 jährlich 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für klassische Verteidigung auszugeben. Fünf Nato-Staaten werden dieses Ziel 2026 voraussichtlich erreichen. Spitzenreiter bei der BIP-Quote sind nach den Zahlen Litauen (5,33 Prozent), Estland (5,10 Prozent), Lettland (4,92 Prozent) und Polen (4,68 Prozent). Die USA kommen demnach 2026 auf 3,17 Prozent.

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Nato-Generalsekretär Mark Rutte und mehrere europäische Regierungen hoffen, Trump mit den Zahlen zu besänftigen. Trump hatte kurz vor dem Gipfel erneut scharfe Kritik an den Ausgaben der Europäer geübt und Deutschlands Investitionen unter anderem als lächerlich bezeichnet. Kanzler Merz und Rutte wiesen die Vorwürfe zurück. Rutte verwies dabei auf zusätzliche Ausgaben der europäischen Verbündeten und Kanadas in dreistelliger Milliardenhöhe.

Beim Nato-Gipfel in Ankara geht es wieder einmal darum, US-Präsident Donald Trump zufriedenzustellen. Der Entwurf des Beschlusstextes liegt dem SPIEGEL vor. Welche bemerkenswerte Sätze er enthält, lesen Sie hier .

luc/dpa