SpOn 19.03.2026
09:05 Uhr

Mark Zuckerberg dreht dem Metaverse den Saft ab


Der Facebook-Gründer hat so sehr an seine Zukunftsvision einer virtuellen Realität geglaubt, dass er sogar sein Unternehmen danach umbenannte. Doch die Technologie macht hohe Verluste, nun reagiert Meta.

Mark Zuckerberg dreht dem Metaverse den Saft ab

Der Facebook-Konzern Meta macht seine verlustreiche virtuelle 3D-Welt Horizon Worlds dicht. Sie werde noch bis zum 15. Juni über die Quest-Computerbrillen des Unternehmens verfügbar sein, kündigte Meta in einer Mitteilung  an. Danach soll es nur noch eine App-Variante für Mobilgeräte geben.

Nach den Protesten der Community verkündete Meta-Technologievorstand Andrew Bosworth in einem Video auf Instagram einen Kurswechsel: Die Plattform soll auf absehbare Zeit für Nutzer der Computerbrillen nutzbar bleiben. Allerdings handelt es sich weiterhin um einen Abschied auf Raten. Neue Spiele für Horizon Worlds werden nicht erscheinen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hatte über Jahre versucht, virtuelle Realität (VR) als nächste Computer-Plattform zu etablieren. Auch die Umbenennung des Konzerns von Facebook zu Meta im Jahr 2021 hing damit zusammen: Der Name ist an die Bezeichnung »Metaverse« für virtuelle Welten angelehnt.

Das Metaverse ist eine digitale Realität, in der Menschen spielen, einkaufen und arbeiten können. Meta hatte in großem Umfang in die Entwicklung hochwertiger VR-Headsets und digitaler Funktionen für die virtuelle Welt investiert. Doch während sich das Unterfangen als immer kostspieliger erwies, fehlte der Wettbewerb und das Interesse der Nutzer blieb überschaubar. Metas Virtual-Reality-Ableger Reality Labs, bei dem die Quest-Headsets und Horizon Worlds entwickelt wurden, verbuchte Quartal für Quartal operative Verluste in Höhe von mehreren Milliarden Dollar.

Unterdessen wird künstliche Intelligenz zum neuen Fokus für Zuckerberg. Er will im Rennen um die KI-Zukunft Rivalen wie den ChatGPT-Erfinder OpenAI sowie Google schlagen. Dafür werde man »Hunderte Milliarden Dollar« investieren, schrieb der Meta-Chef im Juli auf der Onlineplattform Threads .

Neuer Fokus auf KI-Brillen

Bereits Anfang des Jahres hatte Meta mehr als 1000 Stellen im Geschäftsbereich Reality Labs gestrichen, um Ressourcen von Virtual-Reality- und Metaverse-Produkten auf KI-basierte Wearables und Smartphone-Funktionen umzuschichten. »Wir haben vergangenen Monat angekündigt, dass wir einen Teil unserer Investitionen in das Metaverse auf Wearables verlagern«, sagte ein Unternehmenssprecher. »Dies ist Teil dieser Bemühungen, und wir planen, die Einsparungen zu reinvestieren, um das Wachstum im Bereich Wearables in diesem Jahr zu unterstützen.

Bei Reality Labs werden allerdings auch die Meta-Brillen mit Kamera, Mikrofon und kleinen Lautsprechern entwickelt, die nur unwesentlich klobiger als herkömmliche Brillen sind. Mit den unter den Marken Ray-Ban und Oakley verkauften Brillen können Nutzer mit der Meta-KI interagieren und ihr etwa Fragen zu ihrer Umgebung stellen, sowie Fotos und Videos aufzeichnen.

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Meta betont zugleich, dass man die virtuelle Realität nicht grundsätzlich aufgebe. Sie habe sich zwar nicht so schnell entwickelt wie erhofft – aber die Branche wachse. So werde man weitere VR-Headsets herausbringen und sie auf die Bedürfnisse verschiedener Nutzergruppen zuschneiden. Der Konzern hatte bereits mehrere hauseigene VR-Studios geschlossen und eine zur beruflichen Nutzung konzipierte Variante der Horizon-Plattform dichtgemacht.

kim/dpa