Der Berliner Linkenpolitiker Ferat Koçak bleibt trotz seinen Kontakte zum Clan-Milieu Sprecher der Linkenfraktion im Bundestag für Antifaschismus und Antirassismus. »Die Sprecherposten sind unabhängig vom Sitz im Ausschuss. Ferat Koçak leistet seit vielen Jahren eine wichtige Arbeit im Bereich Antifaschismus und Antirassismus und wird diese in unserer Fraktion fortführen«, teilten die Fraktionsvorsitzenden Sören Pellmann und Heidi Reichinnek der »taz« mit, die zuerst berichtete.
Der Neuköllner Politiker Koçak steht unter Druck, weil er freundschaftliche Chatnachrichten mit dem Sohn der Clan-Größe Issa Rammo austauschte. Erst am Mittwoch hatte er mittgeteilt, als Konsequenz seinen Sitz im Innenausschuss des Bundestags aufzugeben.
Nach der Wahl in Berlin war eine Debatte über eine Nähe der Linkspartei zur Organisierten Kriminalität ausgebrochen. Zudem sorgen antisemitische Töne von Teilen der Partei auch bei den möglichen Koalitionspartnern SPD und Grüne für Vorbehalte.
Neben seinem Kontakt zu Firas Rammo machte Koçak auch Schlagzeilen, weil Fotos in sozialen Medien ihn auf einer Wahlparty der Linken neben Ibrahim Ibrahim zeigen. Dieser ist nach Angaben des Vereins Democ langjähriger Aktivist der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), die in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird.
Koçak gewann bei der Bundestagswahl 2025 das Direktmandat in Neukölln, seither ist er Bundestagsabgeordneter.
Kontakte zu Terrorsympathisanten, Chatnachrichten mit Clanmitglied – wie gefährlich ist die Berliner Linke? In der Berliner Linken gibt es ein Problem mit Antisemitismus und eine irritierende Nähe zum Clanmilieu. Wahlsiegerin Elif Eralp kämpft mit den eigenen Leuten. Warum die sich als Opfer einer Kampagne sehen, lesen Sie hier .
