SpOn 15.03.2026
07:46 Uhr

Libanon: Israel und Hisbollah liefern sich schwere Bodengefechte


Es soll offenbar die größte Bodenoffensive seit 2006 werden: Die israelische Armee zieht Truppen an der Grenze zum Libanon zusammen. Bereits jetzt gibt es direkte Kämpfe – und offenbar Dutzende Tote.

Libanon: Israel und Hisbollah liefern sich schwere Bodengefechte

Der israelische Zweifrontenkrieg eskaliert.

  • Bodentruppen haben bei Kämpfen im Südlibanon einem Bericht der Zeitung »Times of Israel« zufolge Dutzende Kämpfer der irantreuen Schiitenmiliz Hisbollah getötet. Das Verteidigungsministerium in Tel Aviv bestätigte den Bericht auf Anfrage. Zudem seien Waffenlager, ein Kommandozentrum und Beobachtungsposten der Hisbollah zerstört worden.

  • Die Einsätze hätten bereits vergangene Woche in der Region von Rab El Thalathine westlich der israelisch besetzten Golanhöhen begonnen. In dem Ort sollten militärische Anlagen der Hisbollah zerstört und Bewaffnete der Miliz vertrieben werden, schrieb die Zeitung.

  • Auch die Hisbollah bestätigt die »direkten« Kämpfe. So seien etwa in der südlibanesischen Stadt Khiam seit Samstagabend Gefechte im Gange und dauerten an. Es sollen »leichte und mittelschwere Waffen sowie Raketengeschosse« zum Einsatz gekommen sein. Zudem griff die Miliz nach eigenen Angaben israelische Streitkräfte in drei Grenzdörfern an.

Die israelische Armee bestätigte zudem, dass das Nordkommando seine Vorbereitungen fortsetze, um in der kommenden Woche zusätzliche Truppen aufzunehmen. Es gehe unter anderem um die 98. Division mit zwei Kampfbrigaden und zusätzlichen Pionierbataillonen sowie um die Golani-Brigade.

Nach Darstellung des Nachrichtenportals »Axios« will Israel das gesamte Gebiet südlich des Litani-Flusses einnehmen, um die militärische Infrastruktur der Hisbollah zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron forderte erneut ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah.

Hisbollah-Kämpfer

Hisbollah-Kämpfer

Foto: Marwan Naamani / picture alliance / dpa

Nach Beginn des Kriegs der USA und Israels gegen das Regime in Teheran hatte die von Iran finanzierte Hisbollah in der vergangenen Woche ihre Angriffe auf Israel wieder aufgenommen – Israel reagierte mit eigenen Militäraktionen. Nach jüngsten Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden dabei im Libanon mehr als 800 Menschen getötet und mehr als 2000 weitere verletzt.

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Offiziell gilt seit November 2024 zwischen Israel und der Hisbollah zwar eine Waffenruhe. Israel wirft der Miliz jedoch vor, sich wiederzubewaffnen, und führt immer wieder Luftangriffe gegen sie aus. Die libanesische Regierung hat zugesagt, die Hisbollah vollständig zu entwaffnen. Israel macht die komplette Entwaffnung der Miliz zur Bedingung für ein komplettes Ende seiner Angriffe auf Stützpunkte der Miliz im Süden des Libanons.

Die mit der palästinensischen Terrororganisation Hamas im Gazastreifen verbündete Miliz hatte nach dem 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gazakrieg eine zweite Front gegen Israel eröffnet.

dop/dpa/AFP