SpOn 18.08.2026
17:04 Uhr

Lettland: Hacker erbeuten Daten von mehr als 1,2 Millionen Letten


Namen, Adressen, Kennzeichen: Unbekannte haben mit einem Hack der lettischen Straßenverkehrsbehörde Daten von mehr als 1,2 Millionen Privatpersonen erbeutet. Premier Kulbergs spricht von »IT-Sicherheits-Infantilismus«.

Lettland: Hacker erbeuten Daten von mehr als 1,2 Millionen Letten

In Lettland sorgt ein groß angelegter Diebstahl von Datensätzen aus Zahlungsbelegen bei der nationalen Straßenverkehrs- und Verkehrssicherheitsbehörde CSDD für Aufsehen. Laut Angaben der Behörde  und dem Institut für Cybersicherheitsprävention CERT.LV wurden bei einem Hackerangriff die Daten von 1,2 Millionen Privatpersonen und 200.000 Firmen erbeutet.

Unbekannte gelangten den Angaben zufolge zwischen dem 8. und 10. August an persönliche Daten aus der Zeit ab dem Jahr 2008. Abgeflossen seien vollständige Namen, Zahlungsangaben, Autokennzeichen und die am Tag der Leistungserbringung registrierten Postadressen.

Kontaktdaten wie Telefonnummern und Mailadressen waren laut der Mitteilung »nicht beeinträchtigt«. Die Dienste der Verkehrssicherheitsbehörde CSDD seien ebenfalls nicht betroffen, heißt es.

Sicherheitsbedenken für Betroffene

Wer hinter dem Vorfall steckt, blieb zunächst unklar. Regierungschef Andris Kulbergs sagte der Nachrichtenagentur Leta zufolge, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es sich um einen Cyberangriff auf Lettland aus einem anderen Land handele. Lettland hat rund 1,9 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Behörden warnen, dass Unbekannte die erbeuteten Daten für Betrugsmaschen nutzen könnten. Dabei soll insbesondere auf die persönliche Identifikationsnummer geachtet werden, die Teil des Datendiebstahls ist und von Bürgerinnen und Bürgern für verschiedene digitale Dienste als Benutzererkennung verwendet wird. »CSDD und CERT.LV weisen die Öffentlichkeit auf mögliche Betrugsrisiken hin und raten zu besonderer Vorsicht beim Empfang von Nachrichten, E-Mails oder Anrufen, die scheinbar im Namen von CSDD oder anderen Institutionen versendet werden«, heißt es in der Stellungnahme.

Kulbergs ordnete eine Untersuchung des Vorfalls an und kritisierte die CSDD-Führung, die erst verspätet über den Datendiebstahl informiert hätte. »Ich muss sagen, dass ich unangenehm überrascht bin über einen gewissen IT-Sicherheits-Infantilismus, der in einigen Aufsichtsbehörden und staatlichen Einrichtungen vorherrscht«, sagte der Ministerpräsident auch mit Blick auf einen bereits im Juni erfolgten Hackerangriff auf die staatliche Forstverwaltung.

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Zwei »schwerwiegende Cybervorfälle« binnen kurzer Zeit seien ein deutliches Signal, dass zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden müssten. »Es geht jetzt im wahrsten Sinne des Wortes um nationale Sicherheit«, wird Kulbergs in einer Mitteilung der Staatskanzlei  zitiert.

kim/dpa