SpOn 09.03.2026
02:27 Uhr

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Vorläufiges Endergebnis – Grüne gewinnen Landtagswahl knapp vor CDU


Cem Özdemir und seine Partei siegen in Baden-Württemberg im Wahl-Duell mit der CDU. Das vorläufige Endergebnis bedeutet für die SPD ein Debakel, die AfD landet auf Platz drei, FDP und Linke scheitern an der Fünfprozenthürde.

Landtagswahl in Baden-Württemberg: Vorläufiges Endergebnis – Grüne gewinnen Landtagswahl knapp vor CDU

Baden-Württemberg hat gewählt, alle Stimmen sind ausgezählt: Die Grünen mit Spitzenkandidat Cem Özdemir sind laut dem vorläufigen Endergebnis die Gewinner der Landtagswahl im Südwesten. Nach ihrer Aufholjagd in den vergangenen Wochen holt die Partei 30,2 Prozent der Stimmen und wird stärkste Kraft vor der CDU mit Spitzenkandidat Manuel Hagel mit 29,7 Prozent der Stimmen. Özdemir rief die CDU zu einer neuerlichen »Partnerschaft auf Augenhöhe« auf: »Der Maßstab sollten die letzten zehn Jahre sein und die Erfolge, die wir eingefahren haben.«

CDU-Kandidat Hagel gratulierte Özdemir, zeigte sich jedoch enttäuscht über das Ergebnis seiner Partei: »Dafür trage ich die Verantwortung. Das war mein Wahlkampf«. Trotz des besten Ergebnisses der Partei in Baden-Württemberg seit 2011 sei es nun nicht an der CDU, eine Landesregierung zu bilden. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss Hagel kategorisch aus. »Für mich ist kein Amt der Welt so wichtig, dass ich mich mit Stimmen der AfD dort hineinwählen lasse«, sagte der CDU-Mann.

Kurz zuvor hatte AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier eine Koalition aus AfD und CDU ins Spiel gebracht. Seine Partei ist mit 18,8 Prozent künftig die drittstärkste Fraktion im Landtag. Die AfD-Bundesvorsitzende Alice Weidel äußerte sich im Gegensatz zu Frohnmaier zurückhaltender: »Wir werden Oppositionsarbeit machen«, sagte sie.

Ein historisches Debakel erlebten die Sozialdemokraten mit 5,5 Prozent der Stimmen: So gering war der Stimmenanteil der SPD nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa auf Landes- oder Bundesebene in der Bundesrepublik noch nie. Auch die FDP hadert mit ihrem Ergebnis: Mit 4,4 Prozent scheiden die Liberalen aus dem Landesparlament aus. Die Linken scheitern mit 4,4 Prozent ebenfalls an der Fünfprozenthürde, zeigen sich aber dennoch zufrieden. Es ist das bislang beste Ergebnis für die Linkspartei im Ländle.

Die Wahlbeteiligung liegt bei 69,6 Prozent. Bei der vorherigen Landtagswahl hatten lediglich 63,3 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben.

fek/jml/dpa