SpOn 06.09.2026
22:57 Uhr

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Linke erobert drei Direktmandate, der Rest geht an die AfD


Die rechtsextreme AfD holt bei der Wahl in Sachsen-Anhalt wohl 38 von 41 Direktmandaten. Bei der Wahl 2021 hatte sie eins, der Rest ging damals an die CDU. Allein die Linke konnte nun auch mit Direktkandidaten punkten.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Linke erobert drei Direktmandate, der Rest geht an die AfD

Das amtliche Endergebnis steht noch aus, aber schon jetzt zeichnet sich ab, dass die AfD einen Großteil der 41 Direktmandate in Sachsen-Anhalt gewonnen hat. Bei der vergangenen Landtagswahl im Jahr 2021 gingen noch 40 der 41 Direktmandate an die CDU – und nur eines an die AfD. Dieses Mal geht kein Direktmandat an die Christdemokraten, dafür aber offenbar 38 der 41 Wahlkreise an die rechtsextreme AfD. Das zeigt der bisherige Auszählungsstand.

Der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) unterliegt in seinem Wahlkreis Magdeburg III wohl dem AfD-Politiker Christian Mertens. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund siegt dagegen in seinem Wahlkreis Genthin mit mehr als 50 Prozent.

Allein der Linken gelingt es, in drei Wahlkreisen den Durchmarsch der AfD zu stoppen: Mustafa Groener siegt in Magdeburg II, Gitta Hartenstein-Wiermann in Halle II, und Jannik-Loris Balint holt ein Direktmandat in Halle III.

Im Karl-Liebknecht-Haus freut man sich über den Minierfolg. Er sei das Ergebnis ehrlicher Handarbeit, sagte Linkenchefin Ines Schwerdtner dem SPIEGEL. »Die Linke kann als glaubhafte, soziale und antifaschistische Kraft direkt gegen die AfD gewinnen.« Es sei gelungen, »rote Leuchttürme zu bauen«.

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Dass die Linke ausgerechnet in den beiden größten Städten des Bundeslandes punkten konnte, ist stimmig. Die Partei hat sich am deutlichsten als antifaschistisch positioniert, baute auf eine junge, weibliche Zielgruppe, queere und migrantische Menschen. Kurz: Die Linke punktete im urbanen Milieu. Im Bund kann die Partei damit Erfolge einfahren, junge Frauen aus Großstädten waren es, die der Linken zum Erfolg bei der Bundestagswahl verhalfen. Doch in einem ländlich geprägten Flächenland wie Sachsen-Anhalt ist dieses Modell nur bedingt tauglich.

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mrc/msl/naw