SpOn 17.07.2026
11:50 Uhr

Kröv: Anklage gegen Statiker nach Hoteleinsturz erhoben


Die Staatsanwaltschaft Trier erhebt Anklage gegen einen Ingenieur für Baustatik. Ihm wird vorgeworfen, verkannt zu haben, dass das Gebäude akut einsturzgefährdet war. Der Beschuldigte bestreitet den Vorwurf.

Kröv: Anklage gegen Statiker nach Hoteleinsturz erhoben

Zwei Jahre nach dem Einsturz eines Hotels in Kröv an der Mosel mit zwei Toten hat die Staatsanwaltschaft Trier Anklage gegen einen Ingenieur für Baustatik erhoben. Der Vorwurf laute fahrlässige Tötung in zwei Fällen und fahrlässige Körperverletzung in acht Fällen sowie Baugefährdung, teilt die Behörde in Rheinland-Pfalz mit .

Dem Beschuldigten werde unter anderem vorgeworfen, »unter Außerachtlassung seiner beruflichen Sorgfaltspflichten verkannt zu haben, dass das Gebäude akut einsturzgefährdet war«, heißt es. Der Mann habe es unterlassen, ausreichende Maßnahmen zur Verhinderung eines Einsturzes zu ergreifen und auf eine Einstellung des Hotelbetriebs hinzuwirken.

Statiker hätte laut Staatsanwaltschaft Handlungsbedarf erkennen müssen

Der Staatsanwaltschaft zufolge bestreitet der Beschuldigte den Vorwurf. Für ihn als Statiker für das Fachgebiet Tragwerksstatik, der sich üblicherweise mit neu errichteten Bauwerken beschäftigt, sei der Einsturz nicht vorhersehbar gewesen. Darauf habe er seine Auftraggeber hingewiesen. Die Anklagebehörde ist hingegen der Auffassung, dass er hätte erkennen müssen, dass ein Einsturz drohe und akuter Handlungsbedarf bestehe.

In dem Hotel war am 6. August 2024 abends ein komplettes Stockwerk in sich zusammengebrochen. Eine 64-jährige Frau und der 59 Jahre alte Hotelbetreiber starben. Sieben Menschen waren teils über Stunden in den Trümmern gefangen.

Einsatzkräfte bei der Beseitigung der Trümmer

Einsatzkräfte bei der Beseitigung der Trümmer

Foto: Lando Hass / dpa

Einem Gutachten zufolge war das Gebäude wegen Materialversagens eingestürzt. Wegen einer Aufstockung in den Achtzigerjahren sei es zu einer Überlastung der Altbausubstanz gekommen. Zuvor hatten sich erkennbare Risse gebildet, der Hotelbetreiber beauftragte den Statiker mit der Prüfung der Rissbildung.

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»Durch die unter Leitung des Statikers veranlassten Bauarbeiten sei das Gebäude in einen labilen Zustand geraten, der letztlich zum Einsturz geführt habe«, hatte die Staatsanwaltschaft Trier Ende Juni mitgeteilt.

kub/dpa