SpOn 16.03.2026
11:23 Uhr

Kölner Dom: Ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner lehnt Eintrittsgeld ab


Touristen sollen im Kölner Dom künftig zur Kasse gebeten werden. Die frühere Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hält das für falsch. Sie warnt: Eintrittsgelder könnten den Charakter des Baus nachhaltig verändern.

Kölner Dom: Ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner lehnt Eintrittsgeld ab

Die Architektin und ehemalige Dombaumeisterin Barbara Schock-Werner hat das geplante Eintrittsgeld für den Kölner Dom kritisiert. Solch ein Eintrittsgeld schrecke sicherlich Besucher ab, sagte sie im Deutschlandfunk . Außerdem drohe es, den Charakter des Doms zu verändern. »In dem Moment, wo ich Geld erhebe, ist es mehr wie ein Museum«, sagte Schock-Werner. Sie fände es »ganz schwierig«, wenn der Dom nur noch von wohlhabenden Menschen besucht werden könne.

Die Verantwortlichen des Kölner Doms hatten kürzlich angekündigt, ab der zweiten Jahreshälfte ein Eintrittsgeld für Touristen für das Wahrzeichen Kölns erheben zu wollen. Die genaue Höhe steht noch nicht fest. Für Gebete und Gottesdienste soll die Kirche weiter frei zugänglich sein.

»Nicht mehr unser Dom«

Schock-Werner, die auch Präsidentin des Zentral-Dombau-Vereins zu Köln ist, sagte, sie verstehe, dass mehr Geld notwendig sei. Ein Eintrittsgeld drohe aber den Stellenwert des Doms für die Stadt zu belasten. Für viele Menschen sei Köln »fast identisch mit dem Dom«.

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Dieser bleibe »nicht mehr unser Dom«, wenn Eintritt erhoben werde, sagte Schock-Werner. Außerdem sei solch ein Gebäude auch ein »missionarisches Angebot« der Kirche, mit dem gezeigt werden könne, welch »tolle Räume« zu Ehren Gottes geschaffen wurden.

Den Kölner Dom besuchen pro Jahr rund sechs Millionen Menschen. Die Kathedrale gehört damit zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Bundesrepublik. In Deutschland sind die meisten Kirchen frei zugänglich. Allerdings kosten zum Beispiel Turmbesteigungen und Kirchenschatz-Ausstellungen auch hierzulande häufig Eintritt. Im Ausland sind Zugangsgelder für Kirchen üblicher.

bbr/AFP