Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Ich fühle mich so geehrt, für Präsident Trump und das amerikanische Volk zu arbeiten.«
Donald Trump, US-Präsident:
»Vielleicht ist es einfach nichts für sie.«
Diese Ehre hielt nicht lang. Es ist ein neuer Rekord! Fünf Tage. Von Montag bis Freitag. So lang – oder so kurz – dauerte die Karriere von Katie Zacharia als Pressesprecherin des Weißen Hauses.
Rückblick auf eine besonders wilde Woche in Washington.
Nachrichtensprecher:
»Das Weiße Haus hat Katie Zacharia als neue Pressesprecherin des Weißen Hauses ausgewählt.«
Ganz unbekannt war Zacharia aber auch vorher nicht: Sie arbeitete unter anderem für die Trump Media & Technology Group, die Trumps Social-Media-Plattform Truth Social betreibt. »Outstanding« sei sie da laut Trump gewesen. Ganz, ganz toll.
Und sie war konservative Fernsehkommentatorin. Unmittelbar vor ihrem Pressesprecherin-Dasein lobte sie ihren neuen Chef bei Fox News in den Himmel.
Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Seine Politik ist die effektivste, aufregendste und er ist der energetischste und intensivste Präsident, den wir je hatten. Ich kann es nicht erwarten, am Montag für Präsiden Trump zu arbeiten. Was auch immer es mit sich bringt. Er ist voller Überraschungen und ich freue mich sehr.«
Nunja…
Der erste Auftritt im Weißen Haus – am Dienstag, Tag zwei in ihrer neuen Rolle – wurde zum Debakel. Zacharia wirkte nervös, sie las viel ab – und dann gab es noch solche Momente.
Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Also, mein Präsident ... äh Verzeihung, mein Ehemann ... Der war gut!«
Und dann ging die Sache mit ihrem Lebenslauf los. Zacharia gab sich als Anwältin aus. Aber US-Journalisten fanden keine Belege, dass sie die Anwaltsprüfung bestanden habe.
Reporter:
»Sie haben gesagt, sie sei Anwältin. In welchem Bundesstaat hat sie die Anwaltsprüfung abgelegt?«
Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Als ich nach China gegangen bin.«
Schon kurz darauf – wir sind an Tag vier von Katie Zacharia als Pressesprecherin – dann das Geständnis. Bei Fox News.
Sean Hannigan, Fox News:
»Sie haben die Anwaltsprüfung abgelegt, aber nicht bestanden, richtig?«
Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Ja, Sean.«
Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Haben Sie die Anwaltsprüfung ein zweites Mal abgelegt oder ein drittes?«
Katie Zacharia, ehemalige Pressesprecherin des Weißen Hauses:
»Nein.«
Dann ging es schnell zu Ende. Trump bereitete den Abgang vor.
Donald Trump, US-Präsident:
»Katie ist sehr schlecht behandelt worden von den Medien, sehr unfair. Ich habe ihr gesagt: Wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen. Denk drüber nach, aber ich würde es mir vielleicht noch mal überlegen. Vielleicht ist es nichts für sie.«
Sagt der Mann, der sie selbst erst vor einer Woche mit großen Lobhudeleien eingestellt hat.
Kurz danach dann die Meldung, dass Zacharia schon wieder aufhört.
Aber auch in der Kürze war es – natürlich – eine Ehre.