Joachim Gauck, Bundespräsident a. D.:
»Na ja, also wenn er das jetzt machen wollte, dann wäre er ja ein politischer Volltrottel.«
Markus Feldenkirchen, SPIEGEL:
»Sinnbild der aktuellen Krise ist unzweideutig Friedrich Merz. Was meinen Sie, geht da gerade in seinem Kopf vor, glauben Sie auch die Einsicht: ›Ich habe es probiert, es war ein Missverständnis. Jetzt gebe ich im Sinne des größeren Ganzen, nämlich die Gesellschaft dieses Landes, den Platz auch wieder frei‹?
Joachim Gauck, Bundespräsident a. D.:
»Das wird er nicht tun, das geht nicht. Das kann man nicht machen.«
Markus Feldenkirchen, SPIEGEL:
»Es gab genug Kräfte in seiner Partei, die haben hinter seinem Rücken in den letzten Wochen genau versucht, das vorzubereiten. Ja, die verschiedenen Medienhäuser haben da ihre Spezialisten, habe ich auch mitgekriegt.
Der Kanzler hat jetzt so viel Kritik gehört, auch aus den eigenen Reihen, dass ich mir gar nichts anderes vorstellen kann als das, was jetzt in seinem Kopf vorgeht. Und da müssen wir abwarten. Es ist unsäglich.
Also, ich würde sonst wie rumpoltern, wenn er jetzt zurücktreten würde. Ja, das wäre wirklich total schädlich. Weil da ein Restvertrauen, ganz besonders bei denen, die ihn gewählt haben, schwer leiden würde, noch mehr minimiert würde. Was ist das Richtige? Denn der Mann will ja dem Land nicht schaden, sondern er will dem Land dienen und nützen.«