SpOn 04.10.2026
17:59 Uhr

Jemen: Regierung kündigt Großoffensive gegen die Huthis an


Die Huthis sind auf dem Vormarsch, immer wieder attackieren sie Saudi-Arabiens Infrastruktur. Die international anerkannte Regierung Jemens erklärt nun die Rückeroberung verlorener Gebiete zum Ziel.

Jemen: Regierung kündigt Großoffensive gegen die Huthis an

Die international anerkannte und mit Saudi-Arabien verbündete Regierung des Jemen beginnt eine umfassende Militäroperation gegen die mit Iran verbündete Huthi-Miliz. Laut Präsident Raschad al-Alimi erstrecken sich die geplanten Einsätze auf alle aktiven Frontlinien im Land. Ziel der Offensive sei die Rückeroberung sämtlicher Regionen, die sich derzeit unter der Kontrolle der Miliz befinden. Alimis Ankündigung verbreitete der regierungsnahe Fernsehsender Yemen TV.

Alimi sagte weiter, er habe die Armee, die Sicherheitsbehörden und alle militärischen Verbände angewiesen, mit der Ausführung ihrer Missionen zu beginnen, »bis das Land aus dem Griff der Huthi-Miliz befreit ist«. Er warf den Huthis vor, auf Deeskalationsbemühungen mit weiterer Mobilisierung und Eskalation zu reagieren und gleichzeitig ihre Angriffe und Drohungen gegen Zivilisten, nationale Einrichtungen, Nachbarländer und globale Schifffahrtsrouten auszuweiten.

Seit Wochen liefern sich die verfeindeten Lager im seit vielen Jahren vom Bürgerkrieg geprägten Jemen wieder schwere Gefechte. Im September hatte die Huthi-Miliz in einer Blitzoffensive die gesamte Rotmeerküste des Jemen unter ihre Kontrolle gebracht und sich damit auch Zugriff auf die wichtige Meerenge Bab al-Mandab verschafft. Dort wollen die Huthis die Durchfahrt saudi-arabischer Öltanker verhindern, um dem ölreichen Königreich Exporte nach Asien zu erschweren.

Am Samstag hatten die Huthis erneut Angriffe in Saudi-Arabien für sich reklamiert. Ein Huthi-Sprecher teilte auf Telegram mit, die Gruppe habe zwei Standorte des saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco in Riad sowie im Gebiet von Churais mit Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Eine unabhängige Bestätigung des Konzerns für Treffer liegt bislang nicht vor. In den sozialen Medien sind allerdings Videoaufnahmen einer Rauchsäule über einer nahe Riad befindlichen Raffinerie zu sehen.

Getroffene Ölanlagen bei Riad (am Samstag)

Getroffene Ölanlagen bei Riad (am Samstag)

Foto: AFP

Der Sprecher begründete den Beschuss mit vorherigen Angriffen Saudi-Arabiens auf Sanaa sowie auf die Provinzen Saada, Taizz und Amran. Die Angriffe auf die Hauptstadt Sanaa in der Nacht zu Sonntag reklamierte das Militär der jemenitischen Regierung für sich.

Die Huthi-Miliz beschießt im Zuge einer Eskalation des Jemenkriegs wieder verstärkt Ziele im benachbarten Saudi-Arabien. Zuletzt setzten Huthi-Angriffe auf Ölanlagen und eine wichtige saudi-arabische Pipeline die Regierung in Riad zunehmend unter Druck.

fdi/dpa