SpOn 20.03.2026
19:54 Uhr

JD Vance in Ungarn: Budapest kündigt Besuch von Trump-Vize mitten im Wahlkampf an


Die US-Regierung mischt sich weiter direkt in den ungarischen Wahlkampf ein. Nach Angaben aus Budapest plant Vizepräsident Vance einen Besuch. Profitieren soll wohl vor allem einer: der EU-Gegner Viktor Orbán.

JD Vance in Ungarn: Budapest kündigt Besuch von Trump-Vize mitten im Wahlkampf an

US-Vizepräsident JD Vance wird nach Angaben des ungarischen Außenministers Péter Szijjártó Anfang April Ungarn besuchen – kurz vor den möglicherweise schwierigsten Wahlen für den rechtsgerichteten Ministerpräsidenten Viktor Orbán seit seinem Erdrutschsieg 2010.

Zwei mit den Planungen vertraute Quellen bestätigten gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass Vance mit seinem Besuch seine Unterstützung für Orbán demonstrieren wolle. Orbán liegt laut den meisten Umfragen vor der Wahl am 12. April hinter seinem Mitte-Rechts-Herausforderer Péter Magyar zurück.

»Der US-Vizepräsident wird, wenn ich es richtig verstanden habe, Anfang April nach Ungarn kommen«, sagte Szijjártó im Podcast »Otpontban«. »Dies ist das Ergebnis der ausgezeichneten Beziehungen zwischen den USA und Ungarn, die regelmäßige persönliche Treffen zur Folge haben.« Vance’ Reise folgt einem Besuch von US-Außenminister Marco Rubio in Budapest, bei dem Rubio Orbán öffentlich unterstützt hatte.

Szijjártó ließ unerwähnt, dass Orbán zuvor die Hoffnung geäußert hatte, dass US-Präsident Donald Trump noch vor der Wahl selbst nach Ungarn reisen würde. Trump hatte sich letzten Monat für Orbán ausgesprochen und ihn als »einen wahrhaft starken und einflussreichen Führer« bezeichnet.

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Orbán, einer der engsten Verbündeten von US-Präsident Donald Trump in Europa, liegt seit Langem mit der EU in einer Reihe von Fragen im Streit. Er widersetzt sich Brüssel, pflegt weiterhin gute Beziehungen nach Moskau, weigert sich, Waffen an die Ukraine zu liefern, und erklärt, Kiew könne niemals der Europäischen Union beitreten. Im aktuellen Wahlkampf kämpft er mit einer schwachen Wirtschaft, einem Energiepreisschock und einem Rivalen, der als ernstzunehmende Alternative wahrgenommen wird.

Lesen Sie hier, wie die »Welt« einen Gastbeitrag von Viktor Orbán veröffentlicht – und ihm so Wahlkampfhilfe leistet.

sei/AP/Reuters