SpOn 28.09.2026
22:42 Uhr

Israel: Außenministerium wirft Spanien Kampagne gegen Israel vor


Spaniens Jugendministerin Rego sprach von einem palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer«. Nun reagiert Israel. Der Vorfall verschärft die diplomatischen Spannungen zwischen den Ländern.

Israel: Außenministerium wirft Spanien Kampagne gegen Israel vor

Das israelische Außenministerium hat die Geschäftsträgerin der spanischen Botschaft in Israel einbestellt und ihr eine Rüge erteilt. Der Grund laut israelischer Seite: Die spanische Jugendministerin Sira Rego habe erklärt, die spanische Bevölkerung unterstütze einen palästinensischen Staat »vom Fluss bis zum Meer« – eine Parole, die nach israelischer Auslegung die Auslöschung des Staates Israel bedeute.

Laut dem spanischen Sender RTVE äußerte Rego den Satz bei einem Auftritt in Madrid am vergangenen Donnerstag. Sowohl das spanische Jugendministerium als auch das Außenministerium in Madrid ließen Anfragen zu der Aussage Regos nach Angaben der Nachrichtenagentur dpa unbeantwortet.

In einer Mitteilung des Außenministeriums in Jerusalem hieß es, die Äußerung von Ministerin Rego sei Teil einer systematischen antiisraelischen Politik der spanischen Regierung und ihres Ministerpräsidenten Pedro Sánchez. Die Regierung habe ihren moralischen Kompass verloren. Statt sich am Kampf gegen Terrorismus und Bedrohungen der Sicherheit Israels zu beteiligen, habe sie Israel zum »Prügelknaben« ihrer Außenpolitik gemacht und beteilige sich aktiv an einer Kampagne gegen Israel und dessen Existenz.

Die Beziehungen zwischen Spanien und Israel haben sich in den vergangenen Jahren erheblich verschlechtert. Spanien gehört zu den schärfsten europäischen Kritikern der israelischen Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Ministerpräsident Sánchez warf Israel einen Völkermord im Gazastreifen vor und kritisierte die israelisch-amerikanischen Angriffe auf Iran als Bruch des Völkerrechts. Israel hat in der Vergangenheit wiederholt bestritten, in Gaza einen Völkermord zu begehen.

Zudem verhängte Spanien Sanktionen gegen Israel und erkannte Palästina als Staat an. Die diplomatischen Spannungen führten dazu, dass beide Länder ihre Botschafter zurückriefen. Neben dem Gaza-Konflikt kritisiert Spanien auch die illegale Besiedlung des Westjordanlandes durch Israel.

jml/dpa