SpOn 14.08.2026
06:34 Uhr

Hitze in Deutschland: Bauernverband warnt vor »totalem Ernteausfall« in einigen Regionen


Hitze und Trockenheit haben Folgen für die Landwirtschaft: Vor allem in Süddeutschland dürfte die Ernte schlecht ausfallen, warnt der Bauernverband und fordert von der Regierung Hilfen und billigeren Agrardiesel für Landwirte.

Hitze in Deutschland: Bauernverband warnt vor »totalem Ernteausfall« in einigen Regionen

Der Deutsche Bauernverband rechnet aufgrund der anhaltenden Trockenheit in diesem Jahr mit erheblichen Ernteeinbußen bis zum Totalausfall. »Wir gehen von einer unterdurchschnittlichen Ernte bei Getreide, hier insbesondere beim Weizen, und bei Raps aus«, sagte Bauernpräsident Joachim Rukwied dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

»Für die Herbstkulturen zeichnet sich in der Tendenz ab, dass wir auch hier mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen müssen«, sagte Rukwied. Das gelte für Kartoffeln, Gemüse und Zuckerrüben, aber auch für Körnermais und Sojabohnen. »In südlichen Teilen Deutschlands könnte das bis zum totalen Ertragsausfall gehen«, sagte der Verbandspräsident.

Futtermangel bringt Höfe in Geldnot

Etwas besser ist es demnach in nördlichen Regionen, wo es immer wieder etwas geregnet hat. Dort sähen die Bestände noch akzeptabel aus, sagte Rukwied. In der Tendenz werde es aber auch da unterdurchschnittliche Ernten geben. Und nicht nur das: »Was insgesamt und vor allem in Süddeutschland gerade ein Problem wird, ist, dass kein Futter mehr nachwächst.«

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Die Belastungen seien immens, sagte Rukwied. »Ich kenne Kollegen, die ihre Pflanzenschutz- und Düngemittelrechnungen nicht mehr bezahlen können und zur Bank gehen müssen.« Die Nachfrage nach Liquiditäts- und Überbrückungsdarlehen sei hoch: »Die ökonomische Situation der Landwirtschaft ist brutal angespannt – auf der einen Seite hohe Kosten bei Betriebsmitteln und auf der anderen Seite niedrige Preise für landwirtschaftliche Produkte.«

Bauern fordern Staatshilfe

Nötig sei jetzt die Unterstützung der Politik, etwa eine Erhöhung der EU-Düngemittelbeihilfe von 60 auf 180 Millionen Euro sowie das Vorziehen der Auszahlung von 80 Prozent der EU-Direkthilfen an die Bauern auf Oktober, sagte Rukwied im Fernsehsender Phoenix. »Dritte Sofortmaßnahme wäre, die Steuern auf Diesel deutlich zu senken bis mindestens Ende November. Das würde den Bauern kurzfristig helfen und Entlastung bringen.«

Zusätzlich pochte der Bauernpräsident auf die Umsetzung des Koalitionsvertrags der Bundesregierung im Agrarbereich: »Was politisch wichtig ist, ist, dass man eine steuerfreie Risikoausgleichsrücklage einführt.« So könne für schwierige Jahre ein finanzielles Polster geschaffen werden. Die Landwirtschaft stelle sich bereits seit vielen Jahren auf die Klimaveränderungen ein. Jetzt benötige man rasch hitzebeständigere und widerstandsfähigere Sorten beim Anbau, so Rukwied.

beb/dpa