SpOn 15.03.2026
09:31 Uhr

Gaza: Erst der Sandsturm, dann folgt die Internationale Friedenstruppe von Donald Trump


Im Gazastreifen sollen wohl bereits im Mai die ersten Einheiten der Internationalen Friedenstruppe patrouillieren. Aktuell kämpfen die Menschen in der Palästinenserenklave mit dem Wetter.

Gaza: Erst der Sandsturm, dann folgt die Internationale Friedenstruppe von Donald Trump

US-Präsident Donald Trump hat vor Wochen eine Internationale Stabilisierungstruppe (ISF) für den Gazastreifen angekündigt. Nun meldet Israels öffentlich-rechtlicher TV-Sender KAN , dass der Einsatz bereits im Mai beginnen solle. Demnach sollen zunächst Soldaten der Vereinigten Arabischen Emirate in der Grenzstadt Rafah stationiert werden. Später sollen sie durch Kontingente aus Kasachstan, Marokko, Albanien und dem Kosovo ergänzt werden. Die Truppe soll schließlich 5000 Soldaten umfassen.

Ob sich auch Indonesien beteiligen wird, ist ungewiss. Das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit hatte sich zunächst bereit erklärt, Einheiten nach Nahost zu schicken, die Teilnahme dann aber an eine Verbesserung der Lage für die Palästinenser geknüpft. Davon kann bislang keine Rede sein. Deutschland beabsichtigt nicht, sich militärisch an der ISF zu beteiligen.

Unklar bleibt jedoch weiterhin, welche konkreten Aufgaben die Stabilisierungstruppen übernehmen sollen. Die im Friedensplan geforderte Entwaffnung lehnt die palästinensische Terrororganisation Hamas weiter ab.

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Ein heftiger Sandsturm ist derweil über Israel und den Gazastreifen hinweggezogen. Insbesondere in dem abgeriegelten Küstenstreifen verschärfen die Wetterbedingungen die Lage für die Einwohner. Nach dem verheerenden Gazakrieg leben viele Menschen in der Palästinenserenklave am Mittelmeer in Zelten oder beschädigten Gebäuden und sind somit dem Sandsturm kaum geschützt ausgesetzt.

Auf Bildern waren Wolken aus orangefarbenem und dichtem Staub zu sehen. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, es seien Warnungen vor Gesundheitsrisiken wegen der Luftverschmutzung mit zahlreichen Staubpartikeln ausgesprochen worden. Insbesondere für Menschen mit bestehenden Atemwegserkrankungen kann der Staub gefährlich sein.

Kinder im Gazastreifen

Kinder im Gazastreifen

Foto: Majdi Fathi / NurPhoto / IMAGO

Auch weite Teile Israels – vor allem der Süden und das Zentrum des Landes – wurden am Samstag von dem Sandsturm mit starken Windböen heimgesucht. Nach Angaben der Behörden beschädigte der Wind in einigen Gebieten im Süden die Strominfrastruktur und Stromleitungen wurden abgerissen, was zu Stromausfällen in mehreren Ortschaften in der Negev-Wüste führte.

Das israelische Ministerium für Umweltschutz warnte zudem, dass die Luftverschmutzung im ganzen Land aufgrund von Feinstaubpartikeln hoch bis sehr hoch sei. Menschen mit Vorerkrankungen sollen sich zu Hause aufhalten und nicht ins Freie gehen. Ein Experte erklärte die orangefarbene Färbung des Staubs mit der Wechselwirkung von Sonnenlicht mit den Staubpartikeln.

dop/dpa