SpOn 05.10.2026
07:26 Uhr

Galeria: Miteigentümer Beetz kritisiert erneuten Insolvenzantrag


Die vierte Pleite des Warenhauskonzerns Galeria sorgt bei Miteigentümer Bernd Beetz für Unmut. Er kritisiert das Management. Der Umbau erfolge zu langsam.

Galeria: Miteigentümer Beetz kritisiert erneuten Insolvenzantrag

Im Frühjahr 2024 stiegen die Investoren Bernd Beetz und Richard Baker gemeinsam beim Warenhauskonzern Galeria ein. Sie wollten »langfristig investieren, entwickeln und wachsen«, sagte Beetz damals. Nach dem Insolvenzantrag kritisiert der Investor nun die Galeria-Geschäftsleitung um Tilo Hellenbock.

Er halte die Insolvenz von Galeria »grundsätzlich für vermeidbar«, sagte Beetz der »Bild«-Zeitung. Der Umbau der Kaufhauskette erfolge zu langsam.

»Die Gesellschafter haben Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben«, sagte Beetz über seine eigene Rolle. »Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen«, kritisierte er das Management. Beetz führte aus, dafür brauche es »insbesondere ein stringentes Warenmanagement, eine klare Sortimentsstrategie und eine deutlich stärkere Kundenorientierung«.

Er zeigte sich dennoch grundsätzlich optimistisch: »Ein Warenhaus kann auch heute erfolgreich sein – aber nur, wenn es sich deutlich vom Wettbewerb abhebt und operativ exzellent geführt wird.« Beetz betonte, personelle Entscheidungen müssten jetzt anhand der Frage getroffen werden, wer das größte Vertrauen von Gläubigern, Mitarbeitern, Lieferanten und möglichen Investoren genieße. »Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, die bestmögliche Führung für die nächste Phase sicherzustellen.«

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Der deutsche Unternehmer Beetz, der früher die Beauty-Gruppe Coty und die Luxusmarke Christian Dior führte, und der US-Amerikaner Richard Baker mit seiner Investmentfirma NRDC Equity Partners hatten die Handelskette aus der dritten Insolvenz gekauft. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen. Galeria verlegte seinen Sitz von Essen nach Düsseldorf.

Beim Amtsgericht Düsseldorf wurde nun erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der inzwischen vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen.

Schon seit Monaten zeichnete sich ab, dass Galeria wieder in der Krise steckt. Bereits im Januar zeigten SPIEGEL-Recherchen , dass die Investoren Beetz und Baker viel weniger investierten als angekündigt. Führungswechsel im Management sorgten für Verunsicherung.

Der Handelsexperte Carsten Kortum sagte dem SPIEGEL, die Krise von Galeria liege am Management, vor allem aber auch an den verschiedenen Eigentümern. »Viele von ihnen hatten über die Jahre nur im Sinn, möglichst viel Geld in möglichst kurzer Zeit aus dem Unternehmen zu ziehen. Doch je weniger investiert wird, desto größer wird der Rückstand«, beschreibt Kortum den Abstieg .

Infolge der zurückliegenden Insolvenzverfahren wurden schon zahlreiche Filialen geschlossen. Die Gläubiger verzichteten auf Milliardenforderungen, um der Warenhauskette den Weg aus der Krise zu ermöglichen.

Lesen Sie hier , wie ein Handelsexperte den Abstieg von Galeria erklärt und warum er dennoch an das Konzept Warenhaus glaubt.

mmq/dpa