Papas, ran an die Bürste: Ein Workshop in München zeigt Vätern, wie sie ihren Kindern die Haare frisieren – und lockt dabei mit Bier.
Oliver Maier
»Ich habe ja selber lange Haare und man würde vermuten, dass ich das einigermaßen gut hinbekomme, aber es ist echt eine andere Nummer, das an einem fremden Kopf zu machen, als jetzt selber hier einfach ein Bun oben.«
Sebastian Gatt, Teilnehmer
»Meine Tochter ist eineinhalb Jahre und ich möchte mich darauf vorbereiten, dass sie eine ordentliche Frisur bekommt, auch von mir.«
Statt im Friseursalon treffen sich die Väter in einer Kneipe. An Puppenköpfen probieren sie verschiedene Frisuren aus – vom einfachen Pferdeschwanz bis zum Dutt. Eine Technik steht dabei ganz oben auf der Liste:
Anita Erdmann, Friseurmeisterin
»Jeder, der hier heute rausgeht, muss flechten können. Das ist wirklich Pflicht.«
Dabei geht es auch darum, Aufgaben im Familienalltag neu zu verteilen. Denn das Frisieren der Kinder übernehmen in vielen Familien noch immer vor allem die Mütter.
Daniel Lehrmann, Teilnehmer:
»Es ist tatsächlich für meine kleine Tochter Naomi und ehrlicherweise auch ein bisschen auf Call von meiner Frau. Die hat mich ehrlicherweise angemeldet, ohne mich zu fragen, hat gesagt, Du gehst da einfach hin, Du machst das, Du lernst das und ja, jetzt lernen wir es halt.«
Die Idee für den Workshop hat sich Friseurmeisterin Anita Erdmann aus London abgeschaut. Dort gibt es mit »Pints and Ponytails« ein ähnliches Angebot. Erdmann war sofort überzeugt.
Anita Erdmann, Friseurmeisterin
»Die Mamas werden entlastet, die Papas lernen was, haben eine coole Zeit hier und haben so einen Bonding Moment mit der Tochter. Und die Tochter ist natürlich einfach mega happy, weil der Papa ihr jetzt die Haare machen kann und ist total stolz und kann es auch genießen.«
Das Konzept kommt offenbar an: Die nächsten Kurse sind bereits auf Monate ausgebucht – inzwischen wird sogar nach Kursen für Fortgeschrittene gefragt.