Mathias Nicolle, Schüler:
»Wir sind nicht hier, um Ärger zu machen. Wir wollen nur gehört werden.«
Baufällige Gebäude, zu wenig Lehrkräfte, fehlende Materialien und lange Unterrichtstage: In Frankreich wächst der Frust über die Missstände an weiterführenden Schulen. Auch am Donnerstag kam es in mehreren Städten zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Schülern.
Landesweit wurden nach Angaben einer Studierendengewerkschaft zudem rund zwei Dutzend Universitäten blockiert. Nach Behördenangaben legten die Protestierenden außerdem mehrere Brände und zündeten Autos von Lehrkräften an.
Premierminister Sébastien Lecornu berief für den Nachmittag eine Krisensitzung ein.
Die Krawalle hatten am Freitag im Großraum Paris begonnen. Auslöser waren Forderungen, die zahlreichen Missstände an den weiterführenden Schulen Frankreichs zu beenden.
Mathias Nicolle, Schüler:
»In den Klassenzimmern und Fluren krabbeln Kakerlaken herum, und es gibt auch Ratten.«
»Die Fenster sind kaputt. In den Klassenzimmern ist es heiß, es gibt kein Wasser, und es gibt kein Toilettenpapier.«
Seit Beginn der Schülerproteste sind laut Behörden 625 Menschen festgenommen worden, mehr als 100 wurden verletzt.