Bei den andauernden Ausschreitungen an französischen Schulen sind innerhalb eines Tages knapp 200 Menschen festgenommen worden. Damit steigt die Zahl der Festnahmen auf 625. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez wurden 83 Polizeibeamte sowie 32 Lehrkräfte und Schüler verletzt.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bildungsminister Édouard Geffray sagte Nuñez, die Gewalt habe deutlich zugenommen. Die Protestierenden hätten etwa Brände gelegt und Autos von Lehrkräften angezündet. Es gebe inzwischen Menschen, die »von Schule zu Schule gehen, um Schüler aufzuhetzen und sie zu Gewalttaten anzustiften«. Zuletzt seien mehr als 350 Schulen von Protestaktionen betroffen gewesen.
Die Krawalle hatten am Freitag an weiterführenden Schulen im Großraum Paris begonnen. Die Jugendlichen kritisieren unter anderem, dass Lehrkräfte und Gelder fehlten und Schulgebäude heruntergekommen seien.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprach von legitimen Sorgen, die aber keinesfalls Übergriffe auf Polizisten, Lehrkräfte oder berichtende Journalisten rechtfertigten. Mit Blick auf mögliche Polizeigewalt bei den Protesten sagte er, die Einsatzkräfte müssten sich an ihre beruflichen Pflichten halten. Wer dagegen verstoße, werde strafrechtlich verfolgt.
Gleichzeitig betonte Macron, er sei der Ansicht, dass die Gewalt primär von den Protestierenden ausgehe – diejenigen, »die Lehrer angerempelt und mit Füßen getreten haben.«
