SpOn 10.09.2026
09:47 Uhr

Ermittlungen gegen Steffen Krach: Berliner SPD spricht von »Versuch einer Spende« – und will 9900 Euro zurücküberwiesen haben


Der Berliner SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach steht wegen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft massiv unter Druck. Die Partei gibt nun an: Die fragwürdige Spende eines Unternehmers habe man binnen Tagen zurückgeschickt.

Ermittlungen gegen Steffen Krach: Berliner SPD spricht von »Versuch einer Spende« – und will 9900 Euro zurücküberwiesen haben

Die Berliner SPD hat im Zuge der Ermittlungen gegen ihren Spitzenkandidaten Steffen Krach neue Details mitgeteilt. Demnach habe es »über den Jahreswechsel den Versuch einer Spende an die SPD Berlin in Höhe von 9900 Euro« gegeben, teilte Schatzmeister Fabian Fischer mit. »Auf Weisung unseres Spitzenkandidaten wurde umgehend entschieden, diese Spende abzuweisen.«

Die Angaben passen zu SPIEGEL-Informationen , wonach es bei den Ermittlungen um eine Spende knapp unter der veröffentlichungspflichtigen Grenze von 10.000 Euro gehen soll.

Krach selbst hatte am Mittwoch gesagt, ihm werde im Zusammenhang mit einem Vergabeverfahren in der Region Hannover Bestechlichkeit vorgeworfen. »Es geht um ein Klinikum, was verkauft werden sollte, weil wir es vor einigen Jahren schließen mussten.« Er sei dort Aufsichtsratsvorsitzender gewesen. Für die Umwandlung in ein regionales Gesundheitszentrum habe es ein Vergabeverfahren gegeben. Am Ende habe ein Bieter den Zuschlag bekommen, ein anderer nicht. Krach war zwischen Ende 2021 und Anfang 2026 Präsident der Region Hannover.

Der SPD-Spitzenkandidat wies die Vorwürfe, er habe sich bei der Vergabe beeinflussen lassen, als »haltlos« zurück. Er sprach allerdings von einer Spende in Höhe von 9500 Euro, die innerhalb von 24 Stunden zurücküberwiesen worden sei. »Ich habe – weder privat als auch meine Partei hier in Berlin – keine Spende angenommen, nicht vor einem Jahr, nicht vor einem halben Jahr und auch nicht heute«, so Krach im RBB.

Geld soll binnen weniger Tage zurückgeflossen sein

Dem RBB  liegen nach eigenen Angaben Belege über die Rücküberweisung vor. Es handele sich um einen Betrag von 9900 Euro. Die Belege zeigen, dass das Geld am 29. Dezember 2025 auf dem Konto der SPD Berlin einging. Es wurde am 9. Januar 2026 zurück an den Absender überwiesen. Krach soll dem Sender zufolge am 7. Januar von der SPD-Landesgeschäftsführung informiert worden sein und die Rücküberweisung am Tag danach angeordnet haben.

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Die Staatsanwaltschaft Hannover hatte am Mittwoch insgesamt drei Objekte durchsuchen lassen: Geschäftsräume der Region Hannover, die Berliner Privatwohnung Krachs sowie die Berliner SPD-Zentrale. Nähere Angaben zu konkreten Vorwürfen machte die Staatsanwaltschaft zunächst nicht. Sie verwies auf ermittlungstaktische Gründe, auch gelte die Unschuldsvermutung.

Für Krach kommen die aktuellen Ermittlungen zur Unzeit: Am 20. September findet die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus statt – parallel zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern.

Der SPD-Politiker zeigte sich über das Vorgehen irritiert. »Ich bin erstaunt und ich muss auch mal persönlich sagen, ich habe kleine Kinder zu Hause, die haben das heute Morgen alles mitbekommen«, sagte Krach. Er werde mit Polizei und Staatsanwaltschaft zusammenarbeiten. »Ich will da absolute Transparenz, und ich bin da ganz entspannt.«

Giffey verspricht »volle Solidarität«

Am Dienstag erhielt Krach angesichts der Ermittlungen Rückendeckung aus seiner Partei. »So wie Steffen Krach das gestern alles geschildert hat, haben die Genossinnen und Genossen ihm die volle Solidarität und Rückendeckung ausgesprochen«, sagte Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) dem RBB. »Und das ist ganz klar, dass wir ihm hier in dieser Situation den Rücken stärken.« Krach habe im Landesvorstand und in der Fraktion ausführlich berichtet und bekräftigt, dass die Vorwürfe haltlos seien. »Und wir haben keinen Anlass, an der Wahrheit seiner Aussagen zu zweifeln.«

Krach, der im Wahlkampf seit Wochen mit schwachen Umfragewerten zu kämpfen hat, ging zuletzt immer wieder auf Konfrontationskurs zur Bundes-SPD. Lesen Sie hier ein Porträt  über den Spitzenkandidaten.

fek/dpa