SpOn 05.10.2026
11:02 Uhr

Epstein-Skandal: Ex-Prinz Andrew geht wegen seiner Festnahme im Februar gegen Polizei vor


Der frühere Prinz Andrew will sich juristisch gegen polizeiliche Maßnahmen rund um seine Festnahme im Epstein-Skandal wehren. Der 66-Jährige war ein enger Freund des US-Sexualstraftäters.

Epstein-Skandal: Ex-Prinz Andrew geht wegen seiner Festnahme im Februar gegen Polizei vor

Der frühere britische Prinz Andrew Mountbatten-Windsor unternimmt im Kontext seiner Festnahme Anfang dieses Jahres rechtliche Schritte gegen die Polizei. Der 66-Jährige will erreichen, dass die damaligen Durchsuchungsbeschlüsse aufgehoben werden. Das berichtet die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf einen Justizsprecher.

Am Donnerstag soll zu dem Fall eine Anhörung stattfinden. Mountbatten-Windsor war am 19. Februar – an seinem 66. Geburtstag – in seinem damaligen Anwesen festgenommen worden. Er steht unter Verdacht, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter der britischen Regierung sensible Informationen an den US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein weitergegeben zu haben.

Mountbatten-Windsor kam noch am selben Tag wieder frei. Die britische Zeitung »The Telegraph« hatte zuvor berichtet, Mountbatten-Windsor habe die Erlaubnis erhalten, gerichtlich überprüfen zu lassen, ob die Thames Valley Police bei den Durchsuchungen im Februar rechtmäßig gehandelt habe. Andrew weist alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück.

Enge Freundschaft zu Jeffrey Epstein

Ob Mountbatten-Windsor  an der Anhörung teilnimmt, ist unklar. Laut PA geht es um einen Antrag der Polizei, den Zugang zu Gerichtsunterlagen einzuschränken. Die zuständige Polizei erklärte, dass die Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs weiter andauerten. »Da dieses Verfahren derzeit noch läuft, wäre es unangemessen, wenn wir uns weiter äußern würden«, hieß es.

In einer in den Epstein-Akten enthaltenen E-Mail vom November 2010 hatte Mountbatten-Windsor dem US-Investor offenbar nach einer dienstlichen Asien-Reise Berichte über mehrere von ihm besuchte Länder übermittelt. Zudem soll er Epstein Hinweise zu möglichen Investitionsobjekten gegeben haben, die er auf seiner Reise gesammelt hatte.

Andrew war von 2001 bis 2011 als britischer Handelsgesandter in der Welt unterwegs. Handelsgesandte sind laut offiziellen Richtlinien zur Verschwiegenheit über im Kontext ihrer Reisen erlangte Informationen verpflichtet. Bei Fehlverhalten im öffentlichen Amt droht in Großbritannien nach Angaben der Staatsanwaltschaft bis zu lebenslange Haft.

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Mittlerweile prüfen die Ermittler auch Vorwürfe zu möglichem sexuellen Fehlverhalten von Mountbatten-Windsor. Der frühere Prinz weist auch diese Vorwürfe zurück.

Der frühere Prinz ist der jüngere Bruder von König Charles III. Im Zuge des Epstein-Skandals hatte er praktisch alle Titel und Ehren verloren. Andrew Mountbatten-Windsor war eng mit Epstein befreundet. Der 2019 in Haft gestorbene Multimillionär betrieb jahrelang einen pädophilen Missbrauchsring , dem zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Der Skandal zog das britische Königshaus in eine tiefe Krise.

Eines der Opfer, die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre, hatte Mountbatten-Windsor vorgeworfen, sie mehrfach missbraucht zu haben; teils als sie noch minderjährig war. Der frühere Prinz bestreitet die Vorwürfe. Eine Zivilklage Giuffres in den USA endete in einem millionenschweren Vergleich.

Die SPIEGEL-Recherche zum Epstein-Skandal und den Menschen, die darin verwickelt sind, lesen Sie hier.

fok/dpa