Rumäniens Beitrag für den Eurovision Song Contest sorgt für Empörung: Der Song »Choke Me« der Sängerin Alexandra Căpitănescu wird von Aktivistinnen als »gefährlich« und »leichtsinnig« kritisiert, weil er sexuelle Strangulation zu romantisieren scheint – eine Praxis, die laut Studien zu Hirnschäden oder gar zum Tod führen kann.
In dem dreiminütigen Titel wiederholt sich der Refrain »Choke me« rund 30‑mal, begleitet von Zeilen über Atemnot und platzende Lungen. Die Juristin Clare McGlynn von der Durham University warnt vor einer »alarmierenden Missachtung der Gesundheit junger Frauen«. Dass Rumänien den Song auswählte und die EBU ihn zuließ, zeige eine bedenkliche Normalisierung riskanter Sexualpraktiken. Sie findet, der Text spiele »mit dem Leben junger Frauen«.
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Auch im Netz wächst der Protest: Viele Fans fordern, »Choke Me« zu disqualifizieren oder den Text zu ändern. Căpitănescu verteidigt ihren Beitrag als Metapher für emotionale Überwältigung und Selbstzweifel. Kritikerinnen sehen jedoch eine bewusste Provokation.
Laut Untersuchungen hat mehr als die Hälfte der unter 35-Jährigen Erfahrungen mit Würgen gemacht – oft in dem Irrglauben, es sei ungefährlich. Die Praxis ist durch Memes und Witze zunehmend in die Popkultur und von dort in die Schlafzimmer gesickert. Studien legen allerdings nahe, dass wiederholtes sexuelles Würgen mit messbaren Veränderungen von Hirnstruktur und -funktion sowie mit psychischen Beschwerden einhergeht.
Bisher bleibt das Video auf der EBU‑Website abrufbar. In der Vergangenheit hatte der Verband allerdings schon Songs wegen obszöner Sprache oder Doppeldeutigkeiten beanstandet.
Der Skandal trifft den Wettbewerb inmitten weiterer Kontroversen: Zahlreiche europäische Sender erwägen einen Boykott, weil Israel ebenfalls teilnimmt. Außerdem wurden Vorwürfe laut, Israel habe die Abstimmung mit gezielten Werbemaßnahmen beeinflusst. Noch dazu trat der Intendant des ausrichtenden Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weißmann, Anfang März zurück, weil eine Mitarbeiterin ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen hatte.
