SpOn 02.10.2026
18:14 Uhr

Doro Pesch: »Queen of Metal« verbrachte in New York die Nächte mit Obdachlosen


Ihre Band stand kurz vor dem Durchbruch, trotzdem konnte Rock-Ikone Doro Pesch ihre Zeit in New York nicht genießen. Manchmal sei sie »so mit den Nerven runter« gewesen, dass sie in die Anonymität der U-Bahn floh.

Doro Pesch: »Queen of Metal« verbrachte in New York die Nächte mit Obdachlosen

Sie gilt als »Queen of Metal«: Sängerin Doro Pesch, 62, verbrachte in den Achtzigerjahren längere Zeit in New York. Dort sei es für sie nicht immer einfach gewesen, schilderte sie in der Sendung »MusikerGrillen« von »Welt« und »Rolling Stone Germany«.

»Es war die Hölle. Es war die Hölle«, sagte Pesch. Ihre Plattenfirma habe ihr einen persönlichen Coach zur Seite gestellt, der ihren Tagesablauf streng kontrolliert habe. Die Frau sei »ein richtiger Schleifer« gewesen: »Die war da, die hat mich gequält.« Pesch habe nicht mehr rauchen und »nur noch Salat« essen dürfen. Um halb sieben habe ihr Tag begonnen. »Und dann wurde erst mal so stundenlang Sport gemacht.«

Zu dieser Zeit war Pesch mit ihrer Band Warlock auf dem Weg zum internationalen Durchbruch. In New York entstand das Album »Triumph and Agony«, das zum größten Erfolg der Band wurde. Die Vorgaben der Plattenfirma hätten für sie jedoch im Widerspruch zu dem gestanden, was sie sich unter Heavy Metal vorstellte. »Ich wollte einfach meine Musik machen«, sagte Pesch. »Metal war für mich auch immer Freiheit.«

Zwischenzeitlich sei es ihr so schlecht gegangen, dass sie aus dem Musikalltag geflohen sei. »Ich war manchmal so mit den Nerven runter«, sagte Pesch. »Dann hatte ich manchmal so die Nase voll, bin einfach abgehauen und habe die Nächte in den U-Bahnen verbracht mit den Obdachlosen.«

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Um als junge Frau nicht erkannt zu werden, habe sie einen Hoodie über den Kopf gezogen und sich einen Schnurrbart ins Gesicht gemalt. Bei den Menschen auf der Straße habe sie sich sicher und aufgenommen gefühlt. Gemeinsam hätten sie etwa darüber gesprochen, wo man Essen bekommen, sich waschen oder sich im kalten New Yorker Winter aufwärmen könne. »Die waren so lieb, die ganzen Obdachlosen.«

»Auf die Bühne gehen ist wie Bungee-Jumping«: Lesen Sie hier ein SPIEGEL-Interview mit Doro Pesch aus dem Jahr 2018.

esw