Noch bevor der erste Zug am neuen Bahnhof Fangschleuse in Grünheide südöstlich von Berlin hält, kommt es zu Verspätungen. Die geplante Eröffnung nahe dem dortigen Tesla-Werk verschiebt sich.
Eigentlich sollten bereits seit dem frühen Morgen Regionalzüge des RE1 vor Ort halten. Doch daraus wurde zunächst nichts. Bei Arbeiten der Bahn-Tochter DB InfraGo auf der Strecke zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) sei es zu Verzögerungen gekommen, teilte die Deutsche Bahn der Nachrichtenagentur dpa mit.
Busnotbetrieb eingerichtet
Demzufolge sei es bei Abnahmeprüfung der Leit- und Sicherungstechnik zu dem Verzug gekommen. Der Zugverkehr könne daher erst am Abend aufgenommen werden. »Wir bedauern die Unannehmlichkeiten für unsere Fahrgäste«, hieß es seitens der Bahn. Die Leit- und Sicherungstechnik umfasst alle technischen Systeme, die den Zugverkehr steuern und absichern.
Tesla-Chef Elon Musk in Grünheide, 2020: Bis zu 16.000 Reisende täglich
Foto:Odd Andersen / AFP
Die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft (Odeg), die den RE1 zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) betreibt, stellte ihre Fahrgäste auf weitere Einschränkungen ein. DB InfraGo verlängere die Bauarbeiten zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) voraussichtlich um 24 Stunden bis Samstagabend, 21 Uhr, teilte das Unternehmen auf seiner Internetseite mit. Ein Busnotbetrieb sei eingerichtet worden.
Der neue Halt östlich von Berlin liegt an einer wichtigen Verkehrsachse in Richtung Osten. Der RE1 ist eine Pendlerstrecke unter anderem für die Mitarbeiter des einzigen europäischen Werks von Tesla in Grünheide. Die Bahn rechnet dort mit bis zu 16.000 Reisenden täglich.
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) hatte Anlaufprobleme bereits vor der geplanten Eröffnung angedeutet. »Es ist natürlich noch eine Baustelle«, sagte er im RBB-Inforadio. »Es wird ein paar Schwierigkeiten geben.«
Die Deutsche Bahn hingegen hatte angekündigt, sie wolle den neuen Bahnhof Fangschleuse wie geplant am 15. August öffnen. »Alle nötigen Arbeiten an der Infrastruktur, also an Gleisen, Oberleitungen und dem Bahnhof selbst, sind im Zeitplan«, hatte es geheißen. Vor der Inbetriebnahme sollte allerdings noch ein Softwareupdate eingespielt werden. Es sei erforderlich, damit die einzelnen Anlagen mit dem neu errichteten elektronischen Stellwerk zusammenspielen können.
Der frühere Bahnhof Fangschleuse war nach Angaben der Bahn insbesondere zu den Hauptverkehrszeiten überlastet. Am neuen Standort können nun auch längere Züge halten. Zunächst soll der RE1 dort einmal pro Stunde stoppen. Ab dem 25. August ist eine Bedienung im Halbstundentakt vorgesehen.
