Der Berliner Linkenpolitiker Ferat Koçak hat verkündet, dass er seinen Sitz im Innenausschuss aufgibt. In einer Stellungnahme auf X schrieb er: »Mir ist wichtig, dass Die Linke ihre Arbeit im Innenausschuss des Deutschen Bundestages unbelastet von der Debatte um meine Person fortsetzen kann.« Koçak vertritt den Neuköllner Bezirksverband der Linken im Bundestag, er hatte seine Ausschusstätigkeit wegen der Vorwürfe zuvor bereits ruhen lassen.
»Ich bin weder kriminell noch unterstütze ich organisierte Kriminalität«, schrieb er in seiner Stellungnahme auf X. Gleichzeitig müsse er eingestehen: »Ich habe einen Fehler gemacht. Im Umgang mit meinem Kontakt zur Familie Remmo bin ich meinem Selbstverständnis nicht gerecht geworden. Ich war in der konkreten Situation naiv und mit der Situation überfordert. Dafür übernehme ich Verantwortung.«
In den vergangenen Wochen wurde viel über meine Person diskutiert. Teile dieser Debatte waren verletzend, diskriminierend und von Unterstellungen geprägt. 1/9
— Ferat Koçak (@der_neukoellner) September 30, 2026
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Zuvor hatte es eine Debatte über zu viel Nähe zu mutmaßlichen Angehörigen krimineller Clanstrukturen gegeben. Am Tag nach dem Wahlsieg der Linken in Berlin war ein Chat bekannt geworden, in dem sich Koçak vertraut mit Firas Rammo, Sohn des Clanchefs Issa Rammo, ausgetauscht hatte.
Dem von diesem veröffentlichten angeblichen Inhalt zufolge bat Koçak auch um Mithilfe von »allen euren Leuten« bei der Verbreitung eines Videos von ihm. Der Abgeordnete hatte dies bereits zuvor als Fehler bezeichnet und sich vorerst aus der Öffentlichkeit und dem Innenausschuss des Bundestags zurückgezogen.
Foto von Wahlparty brachte Koçak in die Schlagzeilen
Auf Fotos in sozialen Medien war Koçak auf einer Wahlparty der Linken auch neben Ibrahim Ibrahim zu sehen. Nach Angaben des Vereins Democ, der sich mit demokratiefeindlichen Bewegungen beschäftigt, ist der ein langjähriger Aktivist der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP), die in der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft ist.
Koçak war bei der Bundestagswahl 2025 erstmals in den Bundestag eingezogen, nachdem er das Direktmandat in Neukölln gewonnen hatte. Zuvor war er Mitglied der Linksfraktion im Berliner Abgeordnetenhaus.
Die Linke bestreitet in Berlin eine Nähe zum Rammo-Clan, Linkenpolitiker Koçak beschäftigt sich seit Jahren mit Clans in Berlin. Aber er will Firas Rammo nicht erkannt haben. Kann das sein? Mehr dazu lesen Sie hier.
