SpOn 29.09.2026
10:47 Uhr

Bosch: Automobilzulieferer streicht Hälfte der Stellen am Nürnberger Standort


Von 1800 Mitarbeitenden im Bosch-Werk in Nürnberg soll in den nächsten Jahren die Hälfte wegfallen. Das hat der Automobilzulieferer angekündigt. Der Konzern nennt Wettbewerbs- und Preisdruck in der kriselnden Branche als Grund.

Bosch: Automobilzulieferer streicht Hälfte der Stellen am Nürnberger Standort

Bosch hat angekündigt, in seinem Nürnberger Werk die Zahl der Stellen zu halbieren. In den nächsten drei Jahren beabsichtigt der Automobilzulieferer, gut die Hälfte seiner 1800 Mitarbeiter abzubauen. Bis 2029 sollen 900 Stellen gestrichen werden, kündigte das Unternehmen an. Der Stellenabbau in Nürnberg soll zusätzlich zum bereits angekündigten Abbau von konzernweit 22.000 Mitarbeitern erfolgen. Der Großteil davon trifft den Mobilitysektor.

Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 hatte Bosch bereits rund 6500 Beschäftigte weniger als Ende 2025, konnte seinen Umsatz im Vorjahresvergleich dennoch um 3,6 Prozent steigern. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nach Steuern erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen geschrieben und unter dem Strich einen Verlust ausgewiesen.

Bosch begründete den Schritt in Nürnberg mit dem fortschreitenden Wandel in der Automobilindustrie und dem zunehmenden Wettbewerbs- und Preisdruck in der Branche. Vor allem Konkurrenten aus China setzten dem Zulieferer zu. Der weltweite Automarkt stagniere, die Nachfrage in Europa sei sogar rückläufig.

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In Nürnberg stellt Bosch vorwiegend Komponenten für den Verbrennungsmotor sowie für Brennstoffzellen her. Durch den Wandel hin zu Elektromobilität verlieren Verbrenner an Bedeutung. Die Brennstoffzelle für Wasserstoffantriebe konnte die in sie gesetzten Erwartungen bisher nicht erfüllen. Dies führe zu einem Personalüberhang in Nürnberg, der wirtschaftlich längerfristig nicht tragfähig sei, hieß es.

Bosch kündigte sozialverträgliche Lösungen für den Abbau an. »Diese Entscheidung fällt uns überaus schwer, da sie für unser engagiertes Team in Nürnberg tiefgreifende Auswirkungen hat. Wir müssen jedoch unsere Strukturen an das veränderte Marktumfeld anpassen und unsere Wettbewerbsfähigkeit wiederherstellen«, heißt es in einer Mitteilung.

»Wir können nicht so weitermachen«: Lesen Sie hier, was Frank Sell, Gesamtbetriebsratsvorsitzender von Bosch Mobility, dem SPIEGEL zur Lage in der Automobilbranche sagte.

czl/dpa