Der erste MVP der NBA-Geschichte ist tot. Bob Pettit starb im Alter von 93 Jahren. Seine ehemalige Universität Louisiana State University bestätigte am Mittwoch in einer Mitteilung den Tod des früheren Basketballprofis der St. Louis Hawks, die inzwischen in Atlanta beheimatet sind.
Pettit bestritt elf Spielzeiten in der NBA für das damalige Team der Hawks und wurde 1956 zum ersten MVP (»Most Valuable Player«), also zum wertvollsten Spieler der Liga ausgezeichnet.
NBA-Idol Pettit schüttelt dem damaligen Power Forward der San Antonio Spurs, Tim Duncan, im Jahr 2013 die Hand
Foto: Bill Haber / APPosition des Power Forwards weiterentwickelt
»Dad ist am Mittwoch, dem 23. September, ganz friedlich in seinem Haus in Metairie verstorben«, teilte die Familie Pettit in einer Erklärung mit. »Er war der wunderbarste Vater. Ein äußerst gütiger, bescheidener und sanftmütiger Mensch. Wir sind so dankbar, dass wir ihn in unserem Leben hatten, und wir werden ihn sehr vermissen.«
»Die NBA-Familie trauert um den Tod von Bob Pettit«, teilte die NBA mit und würdigte ihn auch dafür, die Position des Power Forwards weiterentwickelt zu haben. »Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und der gesamten Organisation der Hawks.«
1958 gewann Pettit mit den Hawks den NBA-Titel. MVP der NBA wurde er 1959 noch einmal. Zudem gewann er denselben individuellen Titel bei vier All-Star-Spielen der Liga. Dies schaffte nach ihm nur der inzwischen verstorbene Kobe Bryant. Insgesamt kam er elfmal ins NBA-Allstar-Team. 1971 wurde er in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.
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20.880 NBA-Punkte, danach wechselte Pettit ins Bankwesen
Pettit knackte einst als erster Spieler die in der NBA als »magisch« geltende Marke von 20.000 erzielten Punkten, bis zum Karriereende 1965 brachte er es auf 20.880 Zähler. Dabei war der 2,06 Meter große US-Amerikaner zweimal bester Scorer der Saison.
1961/1962 schaffte er einen Höchstwert von 31,1 Punkten pro Spiel und belegte damit den dritten Platz hinter dem legendären Wilt Chamberlain (50,4 Punkte) und Walt Bellamy (31,6 Punkte). Er war zudem der erste Spieler, der in einem Spiel der NBA-Finals 50 Punkte erzielte.
So wurde Pettit einer der größten Stars des Sports – allerdings in einer Ära, bevor die NBA regelmäßig im Fernsehen übertragen wurde. Er beendete seine Karriere im Alter von 32 Jahren – einerseits wegen eines lädierten Knies, andererseits aufgrund einer beruflichen Gelegenheit in der Finanzberatung. Dort und im Bankwesen arbeitete er, bis er mit 75 Jahren in den Ruhestand eintrat.
