SpOn 08.03.2026
15:51 Uhr

Bistum Würzburg: Emeritierter Bischof Hofmann gibt Ehrentitel nach Missbrauchsfall ab


Er soll mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen Pfarrer nicht korrekt umgegangen sein: Der ehemalige Bischof von Würzburg, Friedhelm Hofmann, hat Fehler eingeräumt und seinen Titel als »Ehrendomherr« abgegeben.

Bistum Würzburg: Emeritierter Bischof Hofmann gibt Ehrentitel nach Missbrauchsfall ab

Nach Kritik am Umgang mit Missbrauchsvorwürfen gegen einen inzwischen gestorbenen Priester im Bistum Würzburg hat der emeritierte Bischof Friedhelm Hofmann Konsequenzen gezogen: »Ich gebe den Titel des Ehrendomherrn an der Kathedrale von Würzburg zurück«, sagte Hofmann nach Angaben des Bischöflichen Ordinariats, der Bistumsverwaltung. Der amtierende Bischof Franz Jung sagte, nun stehe noch die Einschätzung des römischen Dikasteriums für die Bischöfe zum Vorgehen Hofmanns in den Jahren zwischen 2010 und 2017 an.

Die Vorwürfe richteten sich gegen einen Pfarrer der unterfränkischen Gemeinde Höchberg (Landkreis Würzburg). Dem Ordinariat zufolge hatte die Bistumsleitung spätestens seit 2010 von zwei Betroffenen sexuellen Missbrauchs gewusst, die Pfarrgemeinde aber nicht informiert.

Jung sagte, mehrere Dinge seien infolge der Meldung nicht korrekt gelaufen. Es habe unter anderem keine kirchliche Voruntersuchung gegeben und keine schriftliche und somit nachweisbare Meldung nach Rom. Man habe den Geistlichen auch nicht aus dem Dienst und dem Pfarrhaus entfernt, außerdem sei die Gemeinde nicht informiert worden.

Keine strafrechtlichen Erkenntnisse

Nach dem Tod des Priesters im Jahr 2017 war laut Ordinariat eine strafrechtliche Prüfung gegen ihn nicht mehr möglich. Unabhängig davon habe das Bistum 2022 den Fall zur Überprüfung auf strafbares Fehlverhalten von Verantwortungsträgern an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Da kein ausreichender Anfangsverdacht festgestellt worden sei, habe diese das Ermittlungsverfahren aber eingestellt.

»Ich erkenne an, dass mein Handeln im Jahr 2010 im Bezug auf Ihren damaligen Pfarrer falsch war«, sagte Hofmann dazu in einem Schreiben, das an diesem Wochenende in den Gottesdiensten in Höchberg vorgelesen wurde. »Dafür bitte ich aufrichtig um Entschuldigung. Ich stelle noch mal fest, dass ich für mein Fehlverhalten die persönliche Verantwortung übernehme.«

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In der nun abgeschlossenen ersten Phase der Aufarbeitung ging es laut dem amtierenden Bischof Jung darum, das Handeln der damaligen Diözesanleitung ab 2010 zu rekonstruieren. Nun sei es wichtig, dass die Gemeinde gut in Phase zwei eintrete, in der es um die Bearbeitung von Emotionen gehe. Der Pfarrgemeinderat in Höchberg will sich nach Angaben des Ordinariats am 18. März mit der Stellungnahme Hofmanns beschäftigen und den Einstieg in die zweite Phase der Aufarbeitung vorbereiten.

bbr/dpa