Vor einer Synagoge in der belgischen Stadt Lüttich ist es in der Nacht zum Montag zu einer Explosion gekommen. Nach Polizeiangaben wurde niemand verletzt, es gebe »nur materielle Schäden«. Die Ursache der Explosion war demnach noch unbekannt.
Die Detonation habe sich gegen vier Uhr morgens ereignet, teilte die Lütticher Polizei weiter mit. Fensterscheiben der Synagoge sowie von Gebäuden auf der gegenüberliegenden Straßenseite seien zersprungen. Nach Berichten des öffentlich-rechtlichen Radiosenders RTBF wurde die belgische Bundespolizei vor Ort erwartet. Diese sperrte den Bereich um die Synagoge ab, während ein spezialisiertes Anti-Terror-Team den Vorfall untersuchte.
Der Bürgermeister von Lüttich, Willy Demeyer, verurteilte die Explosion als »extrem gewalttätigen Aktes des Antisemitismus« gegenüber der belgischen Nachrichtenagentur Belga. »Wir wollen in der Stadt keine importierten Konflikte, die eigentlich anderswo stattfinden«, fügte er mit Blick auf den Iran-Krieg hinzu.
Der Präsident des Koordinierungsausschusses der jüdischen Organisationen Belgiens (CCOJB), Yves Oschinsky, sprach von einem »äußerst beunruhigenden, schweren und besorgniserregenden antisemitischen Akt«, wie Belga berichtete.
Lüttich liegt gut 40 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Die dortige Synagoge wurde 1899 errichtet und beherbergt auch ein Museum zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in der Stadt.
