Bärbel Bas ist als Bundesarbeitsministerin sowie als Co-Vorsitzende der SPD zurückgetreten. Das hat die Politikerin am Morgen bekannt gegeben.
»Nach dem Tod meiner Stieftochter habe ich festgestellt, dass ich Zeit brauche, um die Trauer zu verarbeiten«, schreibt Bas in einem Statement. Auch seien öffentliche Angriffe auf sie, »leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners«, in dieser schwierigen Zeit forciert worden. Nun wolle sie sich ausreichend Zeit zur Trauer nehmen. Sie habe sich entschieden, sowohl das Partei- wie das Regierungsamt abzugeben, weil sie nicht die Kraft aufbringe, ihre Arbeit vollumfänglich zu erledigen.
SPD-Chef Lars Klingbeil dankte Bas für die Zusammenarbeit. »Ich bin über deine Entscheidung sehr traurig, kann sie aber persönlich nachvollziehen«, schrieb er in einem Beitrag auf Instagram. »Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen.« Klingbeil fand auch deutliche Worte für die Attacken gegen Bas: »Die Angriffe gegen dich gerade in den Tagen deiner Trauer haben mich sehr betroffen gemacht. Sie waren unanständig und verletzend. So geht man nicht miteinander um.«
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In ihrer Funktion als Bundesarbeitsministerin hatte Bas zuletzt an einem Gesetzentwurf zur Umsetzung des im Sommer mühsam ausgehandelten Rentenkompromisses gearbeitet. Allerdings führten die Debatten über die richtige Rentenpolitik und auch die Pflegereform immer wieder zu Streit zwischen SPD und Union.
Der SPD-Fraktionsvorsitzende Matthias Miersch dankte Bas. »Ich habe großen Respekt vor ihrer Entscheidung. Sie trifft sie aus persönlichen Gründen, die ich zutiefst respektiere«, teilte Miersch in einem Schreiben an SPD-Mitglieder mit. Als Ministerin und Vorsitzende habe sie für die Werte der SPD gestritten. »Sie hat Haltung gezeigt, auch wenn es unbequem wurde. Aber die Kraft ist endlich.«
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) dankte Bas für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. »Als Vater und Großvater kann ich nur erahnen, wie schwer dieser Verlust wiegt. Ihr und ihrer Familie wünsche ich viel Kraft«, so Merz.
Bärbel Bas und ich haben in der Bundesregierung vertrauensvoll zusammengearbeitet. Für das Engagement danke ich ihr. Ihre Entscheidung verdient Respekt. Als Vater und Großvater kann ich nur erahnen, wie schwer dieser Verlust wiegt. Ihr und ihrer Familie wünsche ich viel Kraft.
— Bundeskanzler Friedrich Merz (@bundeskanzler) October 12, 2026
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Manuela Schwesig, SPD-Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, wünschte Bas viel Kraft und kritisierte ebenfalls die Angriffe gegen Bas: »Die Attacken der CDU – trotz ihrer persönlichen schweren Situation – waren unmenschlich und rücksichtslos.«
Mein Mitgefühl gilt Bärbel Bas. Ich wünsche ihr viel Kraft in dieser schweren Situation. Persönlich danke ich Bärbel Bas für die gute Zusammenarbeit! Die Attacken der CDU - trotz ihrer persönlichen schweren Situation - waren unmenschlich und rücksichtslos.
— Manuela Schwesig (@ManuelaSchwesig) October 12, 2026
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Der ehemalige Gesundheitsminister und SPD-Politiker Karl Lauterbach schrieb auf X, dass Bas’ Rücktritt alle treffe. Bas stehe wie kaum jemand für Werte und Aufstiegsversprechen der SPD. »Ihr Rücktritt zeigt auch, dass, bei aller Härte der Politik, die zunehmenden persönlichen Angriffe die falschen Leute in die Politik bringt«, schrieb Lauterbach.
Peter Altmaier, CDU-Politiker und Ex-Bundesminister, schrieb auf Social Media, er habe Respekt vor Bas, und sprach sein Beileid aus. Weiter schrieb er: »Politische Spitzenämter fordern ihre Inhaber rund um die Uhr, ohne Rücksicht auf die persönliche & familiäre Situation. Das kann man kaum ändern, jedenfalls nicht in dieser Zeit. Auch deshalb ist die Entscheidung von Bärbel Bas verständlich.«
FDP-Parteichef Wolfgang Kubicki schrieb auf X, dass er Bas »von Herzen viel Kraft bei der Bewältigung dieses schweren Schicksalsschlags« wünsche.
Seine Parteikollegin Marie-Agnes Strack-Zimmermann schloss sich dem an: »Ich wünsche Bärbel Bas für die Bewältigung ihrer schwierigen persönlichen Situation von Herzen alles Gute und viel Kraft.«
Der Berliner CDU-Landeschef Stefan Evers betonte ebenfalls auf X, dass ihn die Worte von Bas sehr bewegten: »Es gibt Schicksalsschläge, vor denen alles andere klein wird. Politische Unterschiede verlieren in solchen Momenten jede Bedeutung.«
Die Worte von Bärbel Bas bewegen mich sehr. Es gibt Schicksalsschläge, vor denen alles andere klein wird. Politische Unterschiede verlieren in solchen Momenten jede Bedeutung. Mein tief empfundenes Mitgefühl gilt ihr und ihrer Familie. Ich wünsche ihnen von Herzen viel Kraft.
— Stefan Evers (@StefanEvers_Bln) October 12, 2026
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