SpOn 12.03.2026
11:20 Uhr

BMW macht nur etwas weniger Gewinn


Während Volkswagen und Mercedes große Gewinneinbrüche bekannt geben, wehrt sich BMW vergleichsweise gut gegen die Krise. Dabei helfen offenbar strategische Entscheidungen der vergangenen Jahre.

BMW macht nur etwas weniger Gewinn

BMW stemmt sich überraschend erfolgreich gegen die Krise in der Autoindustrie. Der Überschuss bei BMW ist im vergangenen Jahr nur um drei Prozent auf knapp 7,5 Milliarden Euro gesunken, wie der Konzern mitteilte. Damit liegt das Unternehmen deutlich über den Erwartungen von Analysten, die einen Gewinn unter sieben Milliarden Euro erwartet hatten. Der Umsatz sank allerdings um 6,3 Prozent auf 133 Milliarden, und die Prognose für 2026 ist negativ.

BMW kommt damit bisher vergleichsweise gut durch die allgemeine Krise der Branche. Zwar ist es bereits der dritte Gewinnrückgang auf Jahressicht, doch die beiden deutschen Konkurrenten Mercedes und Volkswagen haben ihre Gewinne vergangenes Jahr jeweils fast halbiert. Im Vergleich dazu ist der Rückgang bei den Münchnern geradezu harmlos.

Das reicht auch, um die Münchner im Gewinnranking auf Platz eins zu heben: Bei Mercedes standen 2025 noch 5,3 Milliarden Euro Plus unter dem Strich, beim sehr viel größeren Volkswagen-Konzern 6,9 Milliarden.

Bisher keine Stellenstreichungen

Und während die anderen deutschen Autobauer Jobs abbauen, ist BMW bisher ohne Stellenstreichungsprogramme durch die Krise gekommen.

Ein klarer Pluspunkt der Münchner dürfte dabei sein, dass sie dank eines eigenen großen Werks in den USA von den dortigen Zöllen zumindest teilweise verschont werden. Knapp 413.000 Autos wurden dort vergangenes Jahr gebaut, mehr als die Hälfte davon blieb in den USA. Das bedeutet, dass BMW weniger als die Hälfte der in den USA verkauften Autos importieren musste.

Zudem profitieren sie davon, dass sie ihre Werke so gestaltet haben, dass auf einem Band Elektroautos, Hybride und Verbrenner entstehen können. Das hilft die Unsicherheiten beim Hochlauf der Elektromobilität abzufedern. BMW-Chef Oliver Zipse betonte: »Wir haben uns in den letzten Jahren strategisch richtig aufgestellt. Davon profitieren wir heute: Wir müssen in einem herausfordernden Umfeld nicht umsteuern, sondern können unseren Kurs halten und unsere Strategie weiter konsequent umsetzen.«

Zipses letzte Zahlen

Die Jahresbilanz ist die letzte, die Zipse verantwortet. Am 14. Mai übernimmt sein designierter Nachfolger Milan Nedeljković. Bislang ist er Produktionsvorstand, ein Amt, das auch Zipse vor seinem Aufstieg an die Unternehmensspitze bekleidet hatte.

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Nedeljković ist entsprechend schon seit Längerem mit Zipses wichtigsten Projekt befasst, das in den kommenden Jahren die Situation des Konzerns mitbestimmen wird: Die Neue Klasse, deren erster Vertreter iX3 vergangenes Jahr vorgestellt wurde, steht seit wenigen Tagen bei den Händlern.

Bisher ist sie stark gestartet. Angesichts hoher Bestellungen hat BMW bereits im Januar eine zusätzliche Schicht in der Produktion eingeführt. In Kürze wollen die Münchner zudem das nächste Auto der Neuen Klasse vorstellen: den i3 – dem elektrischen Gegenstück zum 3er – in einem für die Münchner zentralen Volumenbereich.

Bei den Aussichten auf das laufende Jahr ist BMW allerdings zurückhaltend und geht davon aus, dass der Vorsteuergewinn trotz stabiler Auslieferungen moderat sinken wird. Dazu tragen unter anderem Belastungen durch Zölle, Währungseffekte und teurere Rohstoffe bei.

Im Februar hatte Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius im SPIEGEL-Interview kritisiert, Arbeit und Energie seien in Deutschland zu teuer. Er forderte einen Kurswechsel der Politik. Lesen Sie hier  mehr.

kko/dpa