SpOn 09.10.2026
13:11 Uhr

Australien: Hörtest mit Seelöwen und Seebären zu Lärm unter Wasser


In den Ozeanen machen Schiffsmotoren, Ölbohrungen und Bauarbeiten immer mehr Lärm. Wie die Tiere damit klarkommen? Der Antwort nähert sich ein Forschungsprojekt im Zoo von Sydney.

Australien: Hörtest mit Seelöwen und Seebären zu Lärm unter Wasser

In Australien untersuchen Wissenschaftler die Auswirkungen von Unterwasserlärm auf empfindliche Meeressäuger – mithilfe trainierter Seelöwen und Seebären in einem Zoo. »Um herauszufinden, ob ein Geräusch ein Tier beeinflusst, müssen wir erst einmal wissen, ob es dieses Geräusch überhaupt hören kann«, sagte die deutsche Professorin Christine Erbe, die das Forschungsprojekt leitet.

Tierpfleger im Taronga-Zoo in Sydney haben daher zwei Seelöwen und zwei Seebären darauf trainiert, einen Hörtest zu absolvieren: Sobald sie einen Ton wahrnehmen, drücken sie mit ihrer Schnauze einen Hebel – und erhalten als Belohnung für richtige Antworten einen Fisch.

Die Forscher von der Curtin-Universität haben aus den Antworten der Tiere errechnet, wie gut und in welchem Frequenzbereich Seelöwen und Seebären hören: Die Meeressäuger, die beide zur Familie der Ohrenrobben gehören, reagieren der Studie zufolge am empfindlichsten auf Geräusche um 3,2 Kilohertz – für das menschliche Ohr eine hohe Frequenz.

Seelöwe verlässt sich aufs Gehör

Als Nächstes wollen die Forscher nun untersuchen, wie stark Geräusche von Schiffen, Booten, Flugzeugen und Bauarbeiten an der Küste Robben und Seelöwen beeinflussen können, sagte Projektleiterin Erbe. Wichtig sei das besonders für den bedrohten Australischen Seelöwen, dessen Population nur noch auf etwa 12.000 Tiere geschätzt wird – und der bei Kommunikation, Nahrungssuche, Orientierung und der Wahrnehmung von Gefahren auf sein Gehör angewiesen ist.

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Der Verhaltensbiologe Benjamin Pitcher von der Betreibergesellschaft des Taronga-Zoos hofft auf konkrete Verbesserungen für die Meeressäuger, etwa durch Umweltverträglichkeitsprüfungen für Bauprojekte an der Küste und im Meer. Ziel sei es zu verstehen, wie sich Unterwasserlärm auf die Tiere auswirke und ab wann er ihr Verhalten oder ihr Hörvermögen beeinträchtigt.

ahh/AFP